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28.05.2013

18:32 Uhr

Gabelstapler-Konzern

Kion zeigt sich börsenreif

Der Hersteller von Gabelstaplern hat zum Jahresbeginn seinen Nettogewinn kräftig steigern können. Damit rückt womöglich auch das Börsendebüt des Unternehmens näher. Schon vor der Sommerpause könnte es soweit sein.

Ein Gabelstapler der zur Kion-Gruppe gehörenden Marke Still. dpa

Ein Gabelstapler der zur Kion-Gruppe gehörenden Marke Still.

FrankfurtDer Gabelstapler-Hersteller Kion hat seine Börsenpläne mit einem Gewinnsprung zum Jahresstart untermauert. Dank Verbesserungen im operativen Geschäft und einem höheren Finanzergebnis kletterte der Nettogewinn im ersten Quartal um 73 Prozent auf 28,6 Millionen Euro, wie das Wiesbadener Unternehmen am Dienstag mitteilte. Allerdings war der Umsatz leicht rückläufig.

Insidern zufolge peilte Kion bislang sein Börsendebüt für Juni/Juli oder September/Oktober an. Der Sprung aufs Börsenparkett könnte nun eher vor der Sommerpause kommen, Ende Juni/Anfang Juli, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Zu dem Gewinnschub im Auftaktquartal trugen auch ein florierendes Service-Geschäft und Sparanstrengungen bei.

Kion-Chef Gordon Riske bekräftigte die Geschäftsziele für das Gesamtjahr: Bereinigt um die 2012 verkaufte Hydraulik-Sparte will der Branchenzweite nach der japanischen Toyota Industries seinen Umsatz nach oben schrauben. Das Betriebsergebnis (Ebit) soll dabei noch stärker steigen, nach Steuern will Kion einen kleinen Gewinn ausweisen.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen

Putzmeister

Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar 2012 das schwäbische Unternehmen für gut 320 Millionen Euro.

Kiekert

Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt 2012 den Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme aus Heiligenhaus (NRW).

Schwing

Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April 2012 Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers. Der Verkaufspreis des Herner Unternehmens soll bei rund 300 Millionen Euro liegen.

Kion

2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Solibro

Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni 2012 den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

Sunways

Der Konstanzer Photovoltaik-Konzern ging 2012 zum Schnäppchenpreis an den chinesischen Solarriesen LDK Solar. Doch 2013 und 2014 reichte Sunways jeweils einen Insolvenzantrag ein. Teile des Unternehmens wurden in der Folge an den chinesischen Solarkonzerns Shunfeng verkauft.

Tailored Blanks

Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Koki Technik Transmission Systems

Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer. Ein Kaufpreis wird nicht genannt.

Hilite

Avic übernimmt 2014 für 473 Millionen Euro den deutschen Autozulieferer.

Krauss-Maffei

Im Januar 2016 verkauft Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

EEW

Die chinesische Holding Beijing Enterprises kauft im Februar 2016 den Abfallkonzern EEW Energy from Waste aus Helmstedt für 1,438 Milliarden Euro. Verkäufer ist der schwedische Investor EQT. EEW hat nach eigenen Angaben 1050 Mitarbeiter. Die 18 Anlagen der Gruppe können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall zu Energie machen und umweltschonend beseitigen. Die Fabriken erzeugen Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700.000 Haushalte.

Manz

Die Shanghai Electric Group steigt im Frühjahr mit Anteilen von etwa 20 Prozent bei dem angeschlagenen Maschinenbauer ein.

Kuka

Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie. Der chinesische Midea-Konzern hat Kuka ein Übernahmeangebot im Umfang von 4,5 Milliarden Euro gemacht und mit dessen Hilfe knapp 95 Prozent der Kuka-Anteile übernommen.

Die Wachstumsmärkte - vor allem China - zeigten sich zum Jahresstart weiter robust. Weltweit verkaufte die Gabelstaplerbranche im Auftaktquartal 248.000 Stapler und damit 0,5 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Dabei ging jeder vierte Stapler nach China. Kion hielt seinen Marktanteil trotz eines gesunkenen Auftragseingangs von 38.000 (Vorjahr: 39.100) Staplern stabil bei rund 15 Prozent. Insgesamt lag der Ordereingang mit 1,15 Milliarden Euro etwas unter dem Vorjahreswert von 1,21 Milliarden Euro. Kion setzte von Januar bis März bereinigt um die verkaufte Hydrauliksparte 1,09 Milliarden Euro um - ein leichter Rückgang nach 1,10 Milliarden Euro vor Jahresfrist. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) nahm um 2,7 Prozent auf 92,8 Millionen Euro zu.

Anfang Mai hatte Reuters aus Finanzkreisen erfahren, dass bis zu 25 Prozent der Anteile an die Börse gebracht werden sollen. Begleitet wird der IPO den Informationen zufolge von der Deutschen Bank, Goldman Sachs und Morgan Stanley. Kion und seine Eigner, KKR und Goldman Sachs, beobachten schon seit einiger Zeit den Kapitalmarkt, um den besten Zeitpunkt für den Gang auf das Parkett zu finden.

Von

rtr

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