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08.01.2010

10:52 Uhr

Galileo

EADS geht auch bei Raketen leer aus

Die EADS-Raumfahrttochter Astrium steht möglicherweise vor einem Scherbenhaufen. Beim Satellitennavigationsprogramm Galileo wird das Unternehmen wohl auch bei der Vergabe des Raketen-Auftrags leer ausgehen.

Eine russische Sojus-Trägerrakete steigt in den Himmel. dpa

Eine russische Sojus-Trägerrakete steigt in den Himmel.

HB DÜSSELDORF. Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS steht beim europäischen Satellitennavigationsprogramm Galileo vor einem Scherbenhaufen, wie das Wirtschaftsmagazin WirtschaftsWoche meldet. Die EU-Kommission hat demnach nicht nur entschieden, dass die ersten 14 von vermutlich noch 22 Satelliten des Programms vom Bremer Mittelständler OHB und nicht von der EADS-Raumfahrttochter Astrium gebaut werden, sondern auch, dass sie mit der russischen Träger-Rakete Sojuz statt mit dem Astrium-Launcher Ariane 5 in ihre Umlaufbahn gebracht werden. Damit käme EADS ein zweites Mal nicht zum Zuge.

Bislang hatte die EADS-Tochter Astrium darauf gehofft, die Galileo-Satelliten mit der Träger-Rakete Ariane 5 transportieren zu können. Auf Empfehlung der Europäischen Raumfahrtagentur ESA hat die EU in Brüssel nun den Zuschlag allein der russischen Sojuz gegeben. Danach schießt Generalauftragnehmer Arianespace die ersten zehn Satelliten mit fünf Sojuz ins All. Für die EADS bleibt eine Option auf eine Ariane 5 - doch auch die steht in Konkurrenz mit zwei weiteren Sojuz.

Astrium wollte der WirtschaftsWoche keinen Kommentar zu den Informationen geben. Intern räumt man ein, dass die vorgelegten Angebote nicht wettbewerbsfähig waren. "Rein budgettechnisch ist die Sojuz um zehn bis 15 Prozent günstiger als die Ariane 5", gibt ein EADS-Manager zu. Offenbar fürchtet EADS nun, auch bei der zweiten Ausschreibung für den Bau der restlichen acht bis 14 Satelliten leer auszugehen und auch den Transport aufgrund der Kostennachteile ganz an die russische Konkurrenz zu verlieren. In europäischen Raumfahrtkreisen stellt man sich die Frage, ob die Entscheidung der EU-Kommission "strategisch und politisch richtig war". Laut EADS sichert eine Ariane-5-Rakete tausend Arbeitsplätze pro Jahr und ist Europas Zugang in den Weltraum.

Kommentare (1)

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dango

08.01.2010, 17:01 Uhr

Wie doof - Hätten die Politiker Astrium den Auftrag gegeben, hätte man über erhöhte Preise für Satelliten und Raketen "hintenrum" die Mehrkosten für den A400M in den Konzern pumpen können und keiner hätte es gemerkt. bei den Verhandlungen mit Airbus hätten sie dann Härte zeigen und Punkte bei den Wählern sammeln können. Muss man denen den ALLES erklären ?!? ;-)

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