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24.01.2011

06:00 Uhr

Gasfelder in NRW

Exxon hofft auf Milliardenerlöse und tausende Jobs

VonWolfgang Reuter, Regine Palm

In Nordrhein-Westfalen werden riesige Vorkommen an Erdgas vermutet. Mit geschätzten 2 100 Milliarden Kubikmeter Gas wären es die zweitgrößten Europas. Wie Exxon diese Schätze heben will, erläutert Gernot Kalkoffen, Chef der Exxon Mobil Central Europe, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Gernot Kalkoffen, Vorstandsvorsitzender von Exxon Mobil. dpa

Gernot Kalkoffen, Vorstandsvorsitzender von Exxon Mobil.

DÜSSELDORF. Internationale Energiekonzerne setzen auf gewaltige Erdgasfelder in Nordrhein-Westfalen und hoffen auf Milliardenerlöse. Der US-Ölkonzern Exxon Mobil plant, große Summen in das „Dallas im Münsterland“ zu investieren, um nach Erdgasquellen zu suchen. „Wir rechnen in der Explorationsphase mit einem deutlich dreistelligen Millionenbetrag“, sagte Gernot Kalkoffen, Chef von Exxon Mobil Central Europe, dem Handelsblatt.

Wie hoch die Summe tatsächlich ausfallen werde, hänge davon ab, ob das Gas in der nötigen Konzentration vorliege und sich wirtschaftlich fördern lasse. „Im Erfolgsfall könnten Milliardenbeträge fließen“, sagte Kalkoffen. Er äußerte sich erstmals seit Bekanntwerden der möglichen Vorkommen öffentlich.

Neun Unternehmen wollen in Nordrhein-Westfalen nach Erdgas suchen und haben sich Optionen auf verschiedene Gebiete des Bundeslandes gesichert. Insgesamt könnten im nordrhein-westfälischen Gestein mit einem geschätzten Vorkommen von 2 100 Milliarden Kubikmeter Gas die zweitgrößten Erdgasvorkommen Europas schlummern.

Das Bundesland würde im Erfolgsfall von Förderabgaben und neuen Arbeitsplätzen profitieren. Außerdem kassieren die Gemeinden Gewerbesteuern, wenn auf ihrem Gebiet Erdgas gefördert wird. Das zeigt das Beispiel Niedersachsen, wo insgesamt 2 7000 Arbeitsplätze durch Erdgasförderung entstanden sind. Gernot Kalkoffen, Chef der Exxon Mobil Central Europe, äußert sich im Gespräch mit dem Handelsblatt zu den Funden.

Herr Kalkoffen, Deutschland ist nicht im Gold-, sondern im Gasrausch. Glauben Sie, dass die Vorkommen wirtschaftlich nutzbar sind?

Gernot Wir sind erst in einem frühen Stadium der Exploration. Aber das theoretische Potenzial ist relativ groß. Die Frage ist, ob das Gas in der nötigen Konzentration vorliegt und sich wirtschaftlich fördern lässt.

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Erste Probebohrungen sind ja bereits gemacht. Wie sind die Ergebnisse?

Für eine Beurteilung der Wirtschaftlichkeit ist es noch zu früh. Bei unkonventionellem Erdgas gibt es zwei Komponenten, die bisher nicht in Deutschland gefördert wurden: Gas in Kohleflözen und in Schiefervorkommen. Exxon Mobil hat zwei Kohleflözbohrungen vorgenommen und vier Bohrungen in Schiefergas. Das sind Kernbohrungen gewesen, bei denen vor allem Gesteinsproben genommen werden.

Kommentare (14)

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Maennes

24.01.2011, 10:21 Uhr

Die Wirtschaft muss brummen.
Da ist es egal, ob die Amerikaner mit dem Fracking schon ganz miese Erfahrungen gemacht haben. So ein bisschen verseuchtes Grundwasser hält doch die Wirtschaft nicht auf.
Vorwärts immer - Nachdenken nimmer.

nicht ohne Gefahren

24.01.2011, 10:49 Uhr

Erdgas das sich im Schiefergestein befindet kann nur mit "Hyraulic Fracturing" gefoerdert werden. Wasser wird mit hohem Druck ins Schiefergestein gedrueckt, was den Schiefer spaltet und das Gas entweichen laesst. Diese Art der Gasfoerderung ist in Nordamerika sehr umstritten, weil oftmals das Grundwasser durch Schwermetalle verseucht werden.

ich frage mich auch, warum muessen milliarden Profite durch Exxon an US Shareholders abwandern?

nicht ohne Gefahren

24.01.2011, 10:55 Uhr

Erdgas das sich im Schiefergestein befindet kann nur mit "Hyraulic Fracturing" gefoerdert werden. Wasser wird mit hohem Druck ins Schiefergestein gedrueckt, was den Schiefer spaltet und das Gas entweichen laesst. Diese Art der Gasfoerderung ist in Nordamerika sehr umstritten, weil oftmals das Grundwasser durch Schwermetalle verseucht werden.

ich frage mich auch, warum muessen milliarden Profite durch Exxon an US Shareholders abwandern?

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