Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.05.2012

17:36 Uhr

Gaspipeline-Projekt

Lange Version von Nabucco ist gescheitert

Der Ölkonzern BP hat die Gaspipeline Nabucco in ihrer ursprünglichen Form für tot erklärt. Eine verkürzte Version der Pipeline ist nun die Option. Das Konsortium will sich damit jedoch nicht abfinden.

BP-Mitarbeiter untersuchen eine Pipeline. ap

BP-Mitarbeiter untersuchen eine Pipeline.

London/Berlin/WienDas von der EU unterstützte Gaspipeline-Projekt Nabucco steht vor dem Aus. Der britische Energieriese BP, der über die Pläne mitentscheidet, erklärte die ursprüngliche Variante der Röhre für tot. "Wir haben das Angebot abgelehnt", sagte der zuständige BP-Manager Iain Conn.

Die Pipeline sollte Erdgas aus Aserbaidschan über die Türkei und den Balkan nach Österreich bringen und damit Europa unabhängiger von russischen Lieferungen machen. Das Nabucco-Konsortium, dem RWE und der österreichische Energiekonzern OMV angehören, klammert seine Hoffnungen nun an eine verkürzte Version. Auch die EU und Deutschland stellten sich am Freitag erneut hinter das Prestigeprojekt.

BP fördert in Aserbaidschan gemeinsam mit dem norwegischen Energiekonzern Statoil und der heimischen Ölfirma Socar riesige Gasmengen. Dieses Firmenkonsortium entscheidet, über welche Pipeline das Gas nach Europa fließen soll. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten: Als wahrscheinlich gilt, dass das Gas auf einer ersten Etappe von Aserbaidschan in die Türkei fließt (Tanap-Pipeline).

Dort könnte dann die verkürzte "Nabucco West"-Röhre anschließen und das Gas von der türkischen Grenze weiter nach Österreich transportieren. Mit ihr konkurriert aber das Projekt SEEP, das Gas über den Ausbau bestehender Pipelines von der Türkei über Ungarn in den Westen leiten will. Hinter SEEP stehen die Förderunternehmen selbst - also BP, Statoil und Socar.

Sie wollen sich nun bis Ende Juni entscheiden, welcher der verkürzten Varianten sie den Vorzug geben. Neben diesen beiden Projekten ist aber auch noch die TAP-Pipeline im Rennen, die Gas über Griechenland und Albanien nach Italien bringen soll. Eine endgültige Entscheidung, welchen Weg das Gas nach Europa nehmen soll, wollen die Förderfirmen bis Ende Juni 2013 fällen.

Das Nabucco-Konsortium, dem auch der ungarische Energiekonzern MOL angehört, will die Pläne für die Langversion dennoch nicht zu den Akten legen. Es gebe derzeit Gespräche mit den Förderkonzernen "um die beste Lösung zu finden". RWE-Manager Leonhard Birnbaum sagte: "Wir sind zuversichtlich, dass Nabucco West den Zuschlag bekommt und dann denke ich, dass das ursprüngliche Nabucco-Konzept wieder diskutiert wird."

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×