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04.01.2007

11:45 Uhr

Gaspreise schwanken stark

Preisvergleich bei Gas wird möglich

Der Präsident des Bundeskartellamts Ulf Böge sorgt für mehr Transparenz auf dem deutschen Gasmarkt: Die Behörde veröffentlichte gestern erstmals einen bundesweiten Vergleich der Gastarife für Privathaushalte.

Das Bundeskartellamt hat erstmals einen bundesweiten Gaspreisvergleich für Haushaltskunden veröffentlicht. Foto: dpa dpa

Das Bundeskartellamt hat erstmals einen bundesweiten Gaspreisvergleich für Haushaltskunden veröffentlicht. Foto: dpa

juf BONN/DÜSSELDORF. Die Preise für Erdgas schwanken in Deutschland je nach Region um äußerst hohe Beträge. Der Besitzer eines freistehenden Einfamilienhauses im nordbadischen Walldorf muss seinen Stadtwerken pro Jahr für eine Abnahmemenge von 35 000 Kilowattstunden (KWh) beispielsweise rund 2280 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer bezahlen. Im westfälischen Lippstadt fällt die entsprechende Rechnung dagegen um über 600 Euro geringer aus.

Das Bundeskartellamt hat gestern erstmals einen bundesweiten Vergleich der Gastarife für Haushaltskunden im Internet (www.bundeskartellamt.de) veröffentlicht. Die Behörde hatte gemeinsam mit den Landeskartellbehörden zum Stichtag 15. November die Preise von 739 Versorgern zusammengetragen.

„Die Veröffentlichung der Gaspreise für Haushaltskunden soll mehr Transparenz schaffen und so den Wettbewerb fördern“, erläuterte Kartellamtspräsident Ulf Böge. Trotz der Liberalisierung komme der Wettbewerb im Gasbereich nur schleppend in Gang. Mit der abgestimmten Datenbasis werde die Preismissbrauchsaufsicht effektiver.

Die Tarife werden für verschiedene Abnahmemengen aufgelistet. Für Wohnungen mit einer Gastherme und einem repräsentativen Verbrauch von 7000 KWh pro Jahr reicht die Spanne von 381 Euro bis 606 Euro. Der Bewohner eines Reihenhauses muss bei einem Verbrauch von 20 000 KWh zwischen 972 und 1393 Euro bezahlen. Die jährliche Abrechnung von Sechsfamilienhäusern, die im Schnitt 90 000 KWh beziehen, liegt zwischen 3850 und 5588 Euro.

Gasverbraucher mussten in den vergangenen Jahren drastische Preiserhöhungen hinnehmen. Einzelne Versorger setzten die Tarife gleich mehrmals um zweistellige Prozentsätze nach oben. Während die Branche auf gestiegene Importpreise verweist, haben die Kartellbehörden wiederholt auch Marktmissbrauch nachgewiesen. Verbraucherschützer fordern vor allem mehr Transparenz, um die Kalkulationen der Versorger besser nachvollziehen und die Preise vergleichen zu können. Viele Kunden haben deshalb die Zahlung von Tariferhöhungen vorerst verweigert und in mehreren Städten wurden Sammelklagen organisiert, um die Versorger zur Offenlegung ihrer Kalkulationen zu zwingen. Am 14. März will hierzu erstmals der Bundesgerichtshof entscheiden.

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