Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.08.2011

19:34 Uhr

Gastkommentar

Audi-Chef Stadler glaubt an die Energie-Wende

VonRupert Stadler

Die Wende in der Energiepolitik ist eine Herausforderung - für Energieerzeuger, Politik und Gesellschaft. Audi-Vorstandschef Rupert Stadler sieht den Abschied von der Atomkraft als Chance für die deutsche Industrie.

Audi-Vorstandschef Rupert Stadler. Quelle: Reuters

Audi-Vorstandschef Rupert Stadler.

In voller Fahrt vollführt Deutschland ein rasantes Wendemanöver in der Energiepolitik. Treiben wir bald antriebslos dahin, oder macht uns das zum Pionier des Wandels? Die Abkehr von der Atomenergie ist das eine. Das andere ist: Auch fossile Rohstoffe sind langfristig ein Auslaufmodell, weil sie endlich sind, weil der Aufstieg der Schwellenländer diese Ressourcen zusätzlich verknappen wird und der Energiebedarf einer Weltbevölkerung, die in den kommenden Jahrzehnten von heute sechs auf neun Milliarden Menschen anwächst, groß ist.

70 Prozent der Menschen auf diesem Planeten werden künftig in Megacitys wie Schanghai, Mumbai oder Mexico City leben. Schon heute verbrauchen urbane Räume etwa drei Viertel der globalen Energie. Wir brauchen neues Denken, wirksame Gegenmaßnahmen und signifikante Technologiesprünge.

Auch der Traum vom eigenen Automobil treibt den Energieverbrauch weiter an, rund um den Globus wollen immer mehr Menschen an dieser Form von Freiheit teilhaben. Heute fahren weltweit 600 Millionen Autos auf den Straßen. 1,2 Milliarden werden es sein, wenn China auf unser Level mit 500 Automobilen pro 1000 Einwohner nachzieht. Für viele ist das ein beängstigendes Szenario. Aber mit welchem Recht wollten wir den Menschen in diesen Ländern das Grundbedürfnis nach Mobilität verweigern, das wir uns seit Generationen leisten?

Die Lösung liegt darin, dass wir diese Mobilität mit den effizientesten Technologien vornehmen, die wir uns heute vorzustellen vermögen. Ich sehe genau darin eine große Chance. Unsere Branche wird auch in Zukunft ein zentraler Innovationsmotor sein. Allein die deutsche Automobilindustrie investiert rund 20 Milliarden Euro pro Jahr in Forschung und Entwicklung.

Vor allem die Elektromobilität fordert uns massiv heraus – und mit „uns“ meine ich nicht nur die Automobilindustrie, sondern auch die Politik, die Energieerzeuger und natürlich die Gesellschaft. Das Auto an der Steckdose aufzutanken ergibt erst dann Sinn, wenn die Infrastruktur passt und der Strom aus regenerativen Quellen kommt.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

ChristianMittermeier

01.08.2011, 22:24 Uhr

So argumentieren Gewinner! Die Lust, Herausforderungen zu meistern und Risiken zu Chancen zu machen merkt man an jedem Wort. Bravo! Gut für Audi, Gut für Deutschland,Ihr Christian Mittermeier

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×