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25.01.2012

21:02 Uhr

Gaz de France-Chef

„Das Risiko eines Blackouts ist größer geworden“

ExklusivDer Chef des zweitgrößten Energiekonzerns Europas, GDF Suez, übt Kritik am deutschen Sonderweg in der Energiepolitik. Er fordert im Sinne der Netzstabilität mehr Solidarität zwischen europäischen Ländern.

Gerard Mestrallet, Chef des zweitgrößten europäischen Energiekonzerns GDF Suez. ap

Gerard Mestrallet, Chef des zweitgrößten europäischen Energiekonzerns GDF Suez.

DüsseldorfDer Chef des französischen Energiekonzerns GDF Suez, Gérard Mestrallet, kritisiert den Alleingang der Bundesregierung bei der Energiewende. „Schade ist, dass Deutschland sich entschieden hat, ohne sich mit den Nachbarn und Partnern auszutauschen“, sagte Mestrallet im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die Entscheidung habe schließlich kurz- und mittelfristig „große Konsequenzen für den europäischen Strommarkt“. „Das Risiko eines Blackouts ist größer geworden – und zwar auch für andere Länder.“

Mestrallet verweist auf den großen Stromausfall von vor fünf Jahren. Damals sei nach einem Problem mit Höchstspannungsleitung in Norddeutschland nicht nur in Deutschland, sondern auch im Norden und Westen Frankreichs der Strom ausgefallen. „Für die Stabilität des Netzes ist eine gewisse Solidarität zwischen europäischen Ländern nötig.“ Mestrallet führt den – gemessen am Umsatz – zweitgrößten Energiekonzerns Europas nach Eon. GDF Suez ist auch in Deutschland vertreten und setzte hier zuletzt rund vier Milliarden Euro um.

Mestrallet respektiert die deutsche Entscheidung gegen Kernenergie, lässt sich davon aber nicht beeindrucken: „Wir glauben an einen diversifizierten Energiemix, in dem auch die Kernenergie eine Rolle spielt. Unser Unternehmen produziert derzeit zehn Prozent des Stroms mit Kernenergie, ein Verhältnis, das wir langfristig beibehalten wollen.“

Nach seinen Worten erschwert der deutsche Sonderweg die Suche nach einer europäischen Energiepolitik. „Einfacher wird es sicher nicht. Dabei brauchen wir dringend eine gemeinsame europäische Energiepolitik.“ Die Staaten müssten viel besser kooperieren und dürfen nicht nur einseitig auf den Klimaschutz achten. Die anderen beiden Ziele, die Sicherheit der Versorgung und die Wettbewerbsfähigkeit, seien auch wichtig.

Mestrallet bestätigte, dass sich GDF Suez für das Gasnetz interessiert, das Eon zum Verkauf gestellt hat. „Unsere Tochtergesellschaft GRTgaz, ein Gastransporteur, prüft den Erwerb des Gasnetzes, das Eon zum Verkauf gestellt hat. Wir wollen ein Konsortium zusammenstellen, in dem GRTgaz gleichzeitig minderheitlich am Kapital beteiligt und operativ federführend ist.“

Von

juf

Kommentare (1)

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bobi

25.01.2012, 21:40 Uhr

HAHAHA! Der Mann ist witzig!
Deutschland solle mit anderen kooperieren. HAHAHA! Die Deutschen sind ein Volk von Besserwissern. Noch nie mit einem Deutschen geredet???

Übrigens, von Insidern weiß man, dass gerade eilig neue Atomkraftwerke an den deutschen Grenzen gebaut werden. Allen ist klar; wäre dieser Winter so kalt wie der letzte, so hätten wir bereits größere Stromausfälle.

Ich würde gern die Schuld den Öko-Faschisten geben, Tante Merkel's Regierung hat's aber versaut.

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