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19.03.2012

19:14 Uhr

Gazprom

Voscherau soll Pipeline-Konsortium leiten

Gazprom will Hamburgs früheren Bürgermeister Henning Voscherau für den Bau der South-Stream-Pipeline gewinnen. Gazprom-Chef Alexej Miller kündigte an, den 70-Jährigen bei der Wahl des Aufsichtsrats zu nominieren.

Hamburgs früherer SPD-Bürgermeister Henning Voscherau. dpa

Hamburgs früherer SPD-Bürgermeister Henning Voscherau.

MoskauHamburgs früherer SPD-Bürgermeister Henning Voscherau soll nach dem Willen des russischen Staatskonzerns Gazprom den Bau der South-Stream-Pipeline durch das Schwarze Meer vorantreiben. Gazprom-Chef Alexej Miller kündigte in Moskau an, den 70-Jährigen bei der für April angesetzten Wahl des Aufsichtsrats zu nominieren. Voscherau soll das Pipeline-Konsortium mit Sitz in Zug (Schweiz) leiten, an dem neben Gazprom (50 Prozent) auch die deutsche BASF-Tochter Wintershall (15 Prozent) beteiligt ist. Das teilte Gazprom am Montag in Moskau mit. Der Bau von South Stream, mit dem Russland mehr Gas nach Europa pumpen will, soll im Dezember starten.

Als Alternative zu der Leitung treibt die Europäische Union die Nabucco-Pipeline voran, durch die Gas aus Zentralasien unter Umgehung Russlands transportiert werden soll. „Wir sind überzeugt, dass die Erfahrung und Autorität von Henning Voscherau helfen wird, dieses strategisch wichtige Projekt erfolgreich und termingerecht zu realisieren“, teilte Miller mit. Voscherau würde Kollege von Altbundeskanzler Gerhard Schröder, der Vorsitzender des Aktionärsausschusses des Ostsee-Pipeline-Betreibers Nord Stream ist. Am Unternehmen mit Sitz in Zug hält Gazprom 51 Prozent.

Durch South Stream zwischen Russland und Italien soll Südeuropa ab 2015 mit Erdgas versorgt werden. Das Projekt hat einen geschätzten Wert zwischen acht und 25 Milliarden Euro. Die geplante Kapazität beträgt 63 Milliarden Kubikmeter im Jahr. Das sind etwa 35 Prozent des gesamteuropäischen Gasbedarfs. Voscherau war von 1988 bis 1997 Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg. Sein Bruder Eggert leitet den Aufsichtsrat des Chemieriesen BASF.

Von

dpa

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