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01.02.2008

14:07 Uhr

GE Jenbacher

„Wir haben die Größe nach Jenbach gebracht“

VonJoachim Hofer

Unter der Ägide von General Electric blüht der tiroler Gasmotoren-Hersteller GE Jenbacher mächtig auf. Das Unternehmen ist eine Erfolgsstory, die auch der mächtige GE-Chef Jeffrey Immelt immer wieder gerne erzählt - sozusagen eine Geschichte über die freundliche Seite der Globalisierung.

JENBACH. Wer mit den Österreichischen Bundesbahnen in dem kleinen Tiroler Städtchen Jenbach ankommt, der hat die Wahl: Auf der einen Seite fährt die Schmalspurbahn ins Zillertal ab. Auf der anderen Seite bringt eine Dampflokomotive im Sommer die Urlauber an den Achensee. Oder der Reisende geht vom Bahnhof geradeaus und erreicht in drei Minuten giftgrün angestrichene Fabrikhallen: Hier sitzt der Gasmotorenhersteller GE Jenbacher.

Sicher, im Zillertal sind die besseren Pisten und am Achensee lässt es sich wunderbar wandern. Doch es gibt auch einen guten Grund, hinter die Fassaden von GE Jenbacher zu blicken. Denn hier im Inntal, nur wenige Meter von der Autobahn München - Bozen entfernt, spielt sich eine faszinierende Geschichte der Globalisierung ab.

Doch was in Jenbach passiert, ist so ganz anders als in Bochum, wo in diesen Tagen mit dem Handyhersteller Nokia ein Weltkonzern am Pranger steht, weil er ein gut gehendes Werk aus schnödem Profitstreben ins billige Osteuropa verlagert. "Wir denken nicht daran, Jenbach zu verlassen", sagt Prady Iyyanki, der Chef von GE Jenbacher. "Im Gegenteil, wir brauchen mehr Leute, mehr Maschinen, mehr Platz." Der Mittdreißiger will expandieren, will das Geschäft mit den Gasmotoren weltweit groß ausbauen.

Die ambitionierten Pläne sind nicht selbstverständlich, denn GE Jenbacher gehört zu General Electric (GE), dem größten Industrieunternehmen der Welt. Die Amerikaner sind bekannt für ihre rigorose Portfoliopolitik. Wer die hohen Renditevorgaben der Zentrale in Fairfield, Connecticut, nicht erfüllt, der wird umgehend verkauft. GE Jenbacher ist allerdings eine Erfolgsstory, die auch der mächtige GE-Chef Jeffrey Immelt immer wieder gerne erzählt, die freundliche Seite der Globalisierung sozusagen.

Die Geschichte beginnt vor fast genau fünf Jahren, als GE die damals noch börsennotierte Jenbacher AG übernimmt. Schnell gliedern die Amerikaner die für ihre Verhältnisse kleine Firma in ihr weltweites Netz ein. Seither haben die Österreicher Vertreter in fast jedem Land der Erde. Dazu können sie auf sämtliche Forschungseinrichtungen rund um den Erdball zurückgreifen. "Wir haben Größe und einen globalen Ansatz nach Jenbach gebracht", stellt Iyyanki nüchtern fest.

Dazu wird kräftig investiert, seit 2005 sind 30 Mill. Euro in neue Maschinen, Motorenprüfstände und eine Maschinenhalle geflossen. Und es kommen neue Mitarbeiter dazu, 150 alleine im vergangenen Jahr. GE gelingt es, wichtige Führungskräfte zu halten. "Noch immer werden die für unser Geschäft maßgeblichen Entscheidungen hier getroffen", sagt Michael Wagner, der Marketingchef von GE Jenbacher und seit 15 Jahren im Unternehmen.

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