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05.04.2011

18:13 Uhr

Gedämpfter Ausblick

Kalte Dusche für Siemens-Aktionäre

Siemens hat seine Aktionäre mit einem eher gedämpften Ausblick auf die zweite Hälfte des Geschäftsjahres geschockt. Zudem drohen neue Millionenverluste beim Bau des finnischen Atomreaktors Olkuluoto drei.

Die Siemens-Aktie knickte fast drei Prozent ein und zählt damit zu den größten Verlierern im Dax. Quelle: dpa

Die Siemens-Aktie knickte fast drei Prozent ein und zählt damit zu den größten Verlierern im Dax.

MünchenSiemens hat mit einem gedämpften Ausblick auf die zweite Hälfte seines Geschäftsjahres seinen Aktionären einen kalte Dusche verpasst. „Wie erwartet haben wir im zweiten Quartal erneut ein robustes Wachstum gezeigt. Ich gehe aber davon aus, dass sich das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte beruhigen wird“, sagte Finanzchef Joe Kaeser am Dienstag in einer Analystenkonferenz.

Zwar hatte Siemens bereits einen Rückgang der Wachstumsraten in der zweiten Hälfte seines Geschäftsjahres (zum Ende September) vorausgesagt, an der Börse ging es für die Titel aber dennoch abwärts: Die Siemens-Aktie knickte fast drei Prozent ein und zählte damit zu den größten Verlierern im Dax. „Die Anleger sind derzeit sehr optimistisch gestimmt. Sie setzten auf ein anhaltend starkes Wachstum. Da hört man Aussagen über eine Abschwächung der Nachfrage natürlich nicht gern“, sagte ein Händler.

Unterdessen warf Kaeser wegen des anstehenden Konzernumbaus die Jahresprognose über den Haufen. Wegen des Verkaufs der IT-Sparte SIS, dem anstehenden Börsengang der Leuchtmitteltochter Osram und dem neu entstehenden Sektor Infrastruktur und Städte müsse die Voraussage neu berechnet werden, sagte er. Bislang war Siemens davon ausgegangen, den Gewinn aus fortgeführtem Geschäft um mehr als ein Viertel auf 5,3 bis 5,6 Milliarden Euro zu steigern. Anfang Mai will der Manager einen neuen Ausblick vorlegen.

Der Bau des finnischen Atomreaktors Olkilouto drei verzögere sich erneut. Das kostet Siemens 50 bis 100 Millionen Euro. Quelle: Reuters

Der Bau des finnischen Atomreaktors Olkilouto drei verzögere sich erneut. Das kostet Siemens 50 bis 100 Millionen Euro.

Im verbleibenden Kerngeschäft läuft es durchwachsen. Die Auftragsbücher in den drei großen Kernsegmenten Industrie, Energie und Medizintechnik haben sich Kaeser zufolge binnen Jahresfrist weiter gefüllt, die Umsätze steigen. Allerdings scheint die große Konjunkturaufholjagd nach der Wirtschaftskrise vorbei: Verglichen mit dem Weihnachtsquartal stagnierten in den Bereichen Industrie und Energie zwischen Januar und März sowohl das Volumen der Neubestellungen als auch Umsatz und Erlös.

Im zweiten Quartal reichte der Auftragseingang konzernweit mit etwa 20,8 Milliarden Euro an die Summe des ersten Quartals heran. Der Umsatz erreiche gut das Niveau des Vorquartals von 17,6 Milliarden, hieß es weiter. Der Gewinn nach Steuern aus fortgeführtem Geschäft liege allerdings unter der Rekordmarke von knapp 1,9 Milliarden Euro aus dem Vorquartal. Als Grund nannte Siemens verstärkte Aufwendungen für die Integration von Technik für erneuerbare Energieerzeugung und gestiegene Entwicklungsausgaben. Insbesondere über die Ertragslage der Sparte erneuerbare Energien zeigte sich Kaeser enttäuscht. Im zweiten Geschäftshalbjahr gebe es dort Aufholbedarf, sagte er.

Kommentare (1)

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05.04.2011, 20:59 Uhr

"Der einzige Reaktorneubau in Europa" ist nicht korrekt, denn in Flamanville befindet sich auch ein EPR im Bau, und Frankreich ist bekanntlich auch Teil Europas!

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