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24.01.2012

11:02 Uhr

Gedämpfter Ausblick

Siemens leidet unter missratenen Windkraft-Projekten

Siemens muss im vierten Quartal 2011 einen herben Gewinneinbruch hinnehmen. Unsicherheiten in der Wirtschaft verzögern wichtige Projekte. Und nun bricht sogar das Wachstum in China ein. Viel Gegenwind für Peter Löscher.

Eine Verdichter-Turbinen-Kombination in Leipziger Siemens-Werk. dpa

Eine Verdichter-Turbinen-Kombination in Leipziger Siemens-Werk.

MünchenSchlechte Nachrichten für die Siemens-Aktionäre zur Hauptversammlung: Der Gewinn des deutschen Industrieflaggschiffs ist im vergangenen Quartal vor allem wegen hausgemachter Probleme eingeknickt, die Neuaufträge schwinden wegen der Abkühlung der Weltwirtschaft. Das Ergebnis des ersten Geschäftsquartals 2011/12 nach Steuern schrumpfte im Jahresvergleich um ein Sechstel auf 1,46 Milliarden Euro, wie der Konzern am Dienstag mitteilte.

Vor allem hohe Sonderlasten von 344 Millionen Euro aus missratenen Projekten in der Stromübertragung und der Zugtechnik sowie aus dem Umbau der Medizintechnik verhagelten den Münchnern den Jahresauftakt. Der Umsatz legte um zwei Prozent auf 17,9 Milliarden Euro zu. Im Auftragseingang bekommt Siemens die Eintrübung der Weltkonjunktur zu spüren: Das Volumen neuer Aufträge sank um fünf Prozent auf 19,8 Milliarden Euro.

Siemens-Chef Peter Löscher bekräftigte trotz der Sorgen die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr. Demnach peilt sein Haus einen Gewinn aus fortgeführten Geschäft von sechs Milliarden Euro an. „Die Unsicherheiten der anhaltenden Schuldenkrise haben auch in der Realwirtschaft Spuren hinterlassen“, erklärte er. „Auch wenn in der zweiten Jahreshälfte eine Erholung erwartet wird, müssen wir hart arbeiten, um unsere Ziele zu erreichen.“

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Probleme kommen immer von allein - das gilt auch für Siemens. Die Schuldenkrise und der wirtschaftliche Abschwung machen zu schaffen. Das Polster ist zwar noch dick, aber viele Fehler kann sich Siemens nicht leisten.

In vielen Branchen hielten sich die Kunden mit Investitionen zurück, die öffentliche Hand habe unter klammen Budgets zu leiden. Daher will Löscher das Geld zusammenhalten. „Cash bleibt King, die konservative Finanzpolitik hat sich bewährt“, dämpfte er Hoffnungen von Anteilseignern, die seit längerem auf eine Sonderdividende aus der Barschaft von fast neun Milliarden Euro hoffen.

Vor allem mit Prestigegeschäften bekommt Siemens Probleme. Die Anbindung eines Windparks auf See verzögerte sich, die Produktion von Windturbinen rentierte sich zuletzt nicht mehr. In seinem Geschäft mit Ausrüstung für erneuerbare Energien machte im vergangenen Quartal Verlust. Gestiegene Kosten, unter anderem für das aufgestockte Personal, und ein harter Preiskampf brockten dem Segment einen Fehlbetrag von 48 Millionen Euro ein. „Man muss einfach sehen: Die goldenen Zeiten sind vorbei, in denen man immer mit zweistelligen Wachstumsraten rechnen konnte“, sagte Löscher. „Der Markt wird kurzfristig hart umkämpft bleiben.“ Dennoch solle der Verlust ein einmaliger Ausrutscher bleiben.

Kommentare (8)

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OliverBergauernichtvonderZeitung

24.01.2012, 09:47 Uhr

Falsch: Siemens leidet unter einem missratenen Management, dass unrentable Projekte eingefädelt hat - oft zur eigenen Bereicherung!

Account gelöscht!

24.01.2012, 10:41 Uhr

Bei der letzten Krise mußten die 50jährigen mit ihrem Arbeitsplatz herhalten zur Sanierung. Jetzt ist der Jahrgang der 45 - 49jährigen dran. Es macht ja solche Freude bei Siemens zu arbeiten.

Profit

24.01.2012, 10:45 Uhr

Löscher war von Anfang eine furchtbare Fehlbesetzung, der die Firma und damit die Aktionäre Milliarden gekostet hat. Cromme ist als AR-Chef genauso unfähig. Es fing mit der Verunglimpfung des sehr erfolgreichen Ex-Chefs von Pierer an. Dann der Kauf der Diagnostiksparte in den USA zu einem Mondpreis (mehr als das 100-fache des Gewinns!), der ernsthaft am Verstand von Löscher zweifeln ließ. Dann die im vorauseilendem Gehorsam initiierte Schmiergeldaffäre vor allem in den USA nach dem Motto: GE und Westinghouse haben so böse Dinge noch nie gemacht. Das Desaster mit Areva. Das Joint Venture mit Nokia. Dann das Zauberwort "Green Technology". Alles nur Milliardenverluste. Schließlich muß man sich einmal die Organisationsstruktur selbst anschauen. Selten so einen Blödsinn erlebt. Der angekündigte Börsengang von Osram. Das Spiel "Pleiten, Pech und Pannen" geht bei Siemens weiter. Jagt den Peter endlich vom Hof! Der gehört in den Kindergarten für McKinsey-Manager, aber bestimmt nicht an die Spitze eines Technologie-Konzerns!

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