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06.06.2012

12:14 Uhr

Gedrosselt

Deutsche Firmen fahren Produktion zurück

Auftragseinbrüche und eine schwache Konjunktur sorgen dafür, dass deutsche Firmen auf der Bremse stehen: Nahezu alle Branchen haben ihre Produktion im April stärker gedrosselt als erwartet.

Hinter zwei Hochöfen von ThyssenKrupp geht im Duisburger Stadtteil Marxloh die Sonne unter. dpa

Hinter zwei Hochöfen von ThyssenKrupp geht im Duisburger Stadtteil Marxloh die Sonne unter.

Berlin Die deutsche Wirtschaft hat ihre Produktion im April stärker gedrosselt als erwartet. Die Unternehmen stellten 2,2 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten nur mit einem Minus von 1,0 Prozent gerechnet. Das Produktionsplus im März von 2,2 Prozent wurde damit wieder komplett zunichtegemacht. Das Wirtschaftsministerium von Ressortchef Philipp Rösler sprach von einem "Rückpralleffekt". Zudem habe der Brückentag vor dem 1. Mai die Produktion gebremst. Besonders stark auf die Bremse trat die Baubranche: Sie drosselte die Produktion um 6,0 Prozent, hatte die Fertigung im März nach Ende der Kältewelle allerdings auch stark um 26 Prozent nach oben gefahren. Die Industrie schraubte ihre Produktion im April um 2,4 Prozent zurück.

Die Hersteller von Konsumgütern meldeten mit 3,7 Prozent das größte Minus: Dabei wurde der Ausstoß von Verbrauchsgütern sogar um 4,1 Prozent verringert. Die Erzeugung von Vorleistungsgütern wie Chemikalien schrumpfte hingegen nur um 0,4 Prozent. Die Produzenten von Maschinen, Geräten und anderen Investitionsgütern stellten 3,6 Prozent weniger her. Die Energieversorger steigerten ihre Leistung hingegen um 2,4 Prozent. Am Dienstag hatte das Ministerium den größten Auftragseinbruch der deutschen Industrie seit einem halben Jahr gemeldet. Im Sog der weltweiten Konjunkturabkühlung sanken die Bestellungen im April um 1,9 Prozent. Manche Experten erwarten, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal stagniert. Zum Jahresauftakt hatte es noch ein Plus von 0,5 Prozent gegeben.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Schlaumeier

06.06.2012, 12:38 Uhr

Erinnert sich noch jemand: IT-Spezialisten fehlten vor Jahren. Da fragt heute keine Sau mehr nach. Jetzt fehlen Facharbeiten + Ingenieure. Da fragt in einem halben Jahr auch keine Sau mehr nach. Der künstliche, seit 30 Jahren nur durch Kredite finanzierte Aufschwung, ist vorbei - weltweit. Wer bracht diese ganzen nutzlos produzierten Objekte? Genau - kein Mensch. Also: "Die einen buddeln ein Loch und die anderen schütten es wieder zu". Das ist genauso effektiv.

MBoudik

06.06.2012, 13:07 Uhr

"Schlaumeier" kann ich absolut zustimmen.

Bin selbst Dipl.-Ing.. Seit 20 Jahren im internationalen Vertrieb.

Da habe ich Höhen und Tiefen mitgemacht. 2008/2009 waren viele - sehr gut - Kollegen auf der Suche. Keine Stellen. Absolut.

Und überhaupt: Wenn der Mangel doch ach so groß ist, mein Einsteigsgehalt (Jahresgehalt, reiner Tariflohn) war 1997 87.000 DM.

Ein Ingenieur verdient heute im ersten Jahr ca. 38.000 Euro. Ohne arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente, ohne Überstundenbezahlung, ohne Angestellten-Darlehen, .....

So schlimm kann der "Fachkräftemangel" nicht sein, bei ca. 20 Bewerbern auf eine Einstiegs-Stelle....

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