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05.06.2012

17:53 Uhr

Geld und Schutz

IG Metall kämpft für Deutschlands Solarindustrie

Nach einer Pleitewelle in der Solarindustrie fordert die IG Metall Geld für Forschung und Schutz gegen die Billig-Konkurrenz im Ausland. Phoenix-Solar-Chef Hänel warnt aber davor, dem Beispiel der USA zu folgen.

Deutsche Solarunternehmen stehen unter Druck. dapd

Deutsche Solarunternehmen stehen unter Druck.

Frankfurt/HamburgDie Gewerkschaft IG Metall hat einen industriepolitischen Aktionsplan für die kriselnde deutsche Solarindustrie gefordert. Dazu gehörten nach Aussagen des Zweiten Vorsitzenden Detlef Wetzel vom Dienstag ein Kreditprogramm durch die staatliche KfW-Bankengruppe und mögliche Schutzmaßnahmen gegen Dumping-Konkurrenz. Die vor allem in Ostdeutschland starke Photovoltaikindustrie werde wider besseren Wissens zum Kostenbuhmann gemacht, kritisierte der Vertreter der IG Metall, die viele Beschäftigte der von der Pleite bedrohten Firmen organisiert.

Mittelfristig müssten Forschung und Entwicklung sowie industrielle Produktionskapazität gefördert werden, sagte Wetzel. Der Wettbewerb müsse über die Technologie und nicht über Lohndumping ausgetragen werden. Dafür solle Deutschland internationale Kooperation mit gleichgesinnten Ländern suchen.

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Die deutschen Unternehmen stehen unter Druck, weil die Preise für Solarzellen auf dem Weltmarkt in Euro um die Hälfte gefallen sind. Seit Ende 2011 häufen sich die Pleiten, Anfang April hatte auch der einst weltgrößte Solarzellenhersteller Q-Cells aus Bitterfeld-Wolfen Insolvenz beantragt.

Die Q-Cells-Tochter Solibro soll nun an ein chinesisches Unternehmen verkauft werden. Dazu wurde am Dienstag in Peking eine Vereinbarung mit der Hanergy Holding Group unterschrieben, wie die Unternehmen und ein Sprecher des Q-Cells Insolvenzverwalters mitteilten. Die Solibro GmbH produziert mit 430 Beschäftigten Dünnschichtsolarmodule. Das chinesische Unternehmen will die Arbeitsplätze bei Solibro sowie das bestehende Management des Unternehmens erhalten, hieß es. Ebenso werde der Betrieb sowie der Kundenservice bei Solibro weiterlaufen. Nach Abschluss der Transaktion soll die Produktion von Solibro erhöht werden, um die europäischen Kunden von Hanergy zu bedienen.

Kommentare (1)

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Laie

05.06.2012, 19:03 Uhr

Solarindustrie schützen? Dies stinkt nach schützen und unterstützen, wie bei den Bankern. Mir kommt die Galle hoch, weil nur die Politiker , nach Meinung, wieder schwarze Koffer erhalten. Wann wird endlich jeder Vorschlag von Politikern und Experten mit Vermögenseinzug und Einkommensverminderung bestraft, der die Bürger nur belastet?

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