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04.04.2006

19:35 Uhr

Gemeinschaftsunternehmen sind out

Die Zügel in der Hand

VonAndreas Hoffbauer und Bert Fröndhoff

Bisher war den meisten Unternehmen die Gründung eigener Töchter im Reich der Mitte zu riskant. Doch das ändert sich: Statt schwerfälliger Gemeinschaftsunternehmen wollen westliche Unternehmen – soweit möglich – die Zügel im Chinageschäft allein in der Hand halten.

PEKING | DÜSSELDORF. Wenn westliche Unternehmen ihre Fühler nach China ausstreckten, war die Strategie lange Zeit vorgezeichnet: Man suchte sich einen chinesischen Partner, gründete ein Gemeinschaftsunternehmen und beackerte den Markt gemeinsam. Den meisten Unternehmen war die Gründung eigener Töchter im Reich der Mitte zu riskant – oder verboten.

Doch das ändert sich: Statt schwerfälliger und oft schwierig zu steuernder Gemeinschaftsunternehmen wollen mehr und mehr westliche Unternehmen – soweit möglich – die Zügel im Chinageschäft allein in der Hand halten. Sie verstärken sich durch den Zukauf ganzer Firmen oder von Joint-Venture-Anteilen.

Beispiel Fedex: Sechs Jahre lang lieferte der amerikanische Logistik-Konzern gemeinsam mit der chinesischen DTW-Group Pakete im Reich der Mitte aus. Damit ist seit Januar Schluss: Für 400 Millionen Dollar kaufte Fedex den 50-Prozent-Anteil des chinesischen Partners am Joint Venture und erlangte so die lange gewünschte Kontrolle: Mit der 100-prozentigen Tochtergesellschaft will Fedex auf dem umkämpften chinesischen Markt nun Gas geben.

Seit zum Jahresbeginn einige Restriktionen für Mergers & Acquisitions (M&A) in China gelockert wurden, beobachten Experten wie die Unternehmensberatung McKinsey eine wachsende Zahl an Übernahmen in China durch ausländische Firmen. „Wir erwarten dieses Jahr mehr M&A-Aktivitäten“, sagt auch Hanna Böhme, die bei der EU-Kammer in Peking für den Mittelstand zuständig ist. Das Interesse ist groß, wie der Handelsblatt Business-Monitor im Februar zeigte, eine repräsentative Umfrage unter 803 deutschen Führungskräften: Danach schauen sich deutsche Unternehmen mit Zukaufsplänen zwar vor allem Firmen aus dem Heimatland und aus Europa an. Doch nennen sie China bereits an dritter Stelle.

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