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22.01.2016

18:37 Uhr

General Electric

Immelt macht den Anlegern Stress

VonThomas Jahn

Die neuesten Zahlen zeigen: General Electric wandelt sich zum reinen Industrieunternehmen. Das hat allerdings auch Nachteile. Es fehlen die verlässlichen Gewinne der Finanzsparte. Analysten und Anleger sind verunsichert.

Der GE-Chef will den Konzern wieder zu seinen industriellen Wurzeln führen. AFP

Jeff Immelt

Der GE-Chef will den Konzern wieder zu seinen industriellen Wurzeln führen.

New YorkJeff Immelt sprach von „langsamen Wachstum“. Die ersten Wochen im Jahr seien „besonders volatil“ gewesen. Der Chef von General Electric (GE) hat am Freitag neue Zahlen präsentiert, und die waren gar nicht erfreulich. Der Umsatz von 33,8 Milliarden Dollar im vierten Quartal 2015 lag unter den Analystenschätzung von 35,9 Milliarden Dollar. Die Aktie verlor im freundlichen Umfeld mehr als drei Prozent.

Besonders erschreckte die Anleger der Gewinneinbruch im Industriegeschäft. Fünf der insgesamt acht Sparten meldeten einen sinkenden Profit: Zehn Prozent bei Gasturbinen, acht Prozent beim Verkauf von Kernspintomographen und anderen Medizingeräten.

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Am schlimmsten traf es die Öl- und Erdgas-Sparte, die mit einem Gewinnminus von 16 Prozent unter den fallenden Rohstoffpreisen leidet. Das sei ein „verfahrenes Quartal“, schrieb Nigel Coe, Analyst bei Morgan Stanley. Das Industriegeschäft sei „schwierig“.

Beschweren kann sich keiner. Immelt verfolgte konsequent seinen Plan, GE wieder zurück zu seinen industriellen Wurzeln zu führen. Vor allem sein Vorgänger Jack Welch hatte seit den 80er-Jahren die Finanzgeschäfte stark aufgebaut. Kreditkarten, Leasing für Flugzeuge, Hypotheken für Häuser: GE Capital trug zur Blütezeit mehr als die Hälfte des gesamten Konzerngewinns bei. Spötter sprachen von einer Bank mit angehängtem Industriegeschäft.

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Mit der Finanzkrise zeigten sich die Kehrseiten von GE Capital. Um jetzt nicht als systemwichtige Bank („systemically important financial institution“ oder SIFI) mit scharfen Auflagen und Vorschriften wie zu Kapitaleinlagen eingestuft zu werden, veräußerte GE weit mehr als 100 Milliarden Dollar an Vermögenswerten. Ziel ist es, bis Ende 2016 insgesamt 200 Milliarden Dollar abgestoßen zu haben. „Wir werden die erste SIFI sein, die beantragt, keine SIFI mehr zu sein“, sagte Keith Sherin, Chef von GE Capital, im vergangenen Herbst.

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