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24.04.2014

21:17 Uhr

General Electric

Interesse beschränkt sich auf Alstoms Energie-Sparte

Insider gehen nun davon aus, dass General Electric nur an Alstoms Energie-Sparte interessiert ist - zuvor war von einer Komplett-Übernahme die Rede. Doch auch ein Teil-Deal würde Siemens zusetzen.

Teil-Zukauf? Laut Branchenkennern soll General Electric nur an der Energie-Sparte Alstoms interessiert sein. Reuters

Teil-Zukauf? Laut Branchenkennern soll General Electric nur an der Energie-Sparte Alstoms interessiert sein.

ParisDas Interesse des US-Konzerns General Electric an der französischen Alstom könnte sich Branchenkreisen zufolge auf dessen Energiesparte beschränken. Das sei möglicherweise das eigentliche Ziel bei der kolportierten Übernahme im Volumen von 13 Milliarden Dollar, sagte ein Branchenkenner am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Das könnte bedeuten, dass am Ende die Transport-Sparte als börsennotiertes Unternehmen in Paris bestehen bleibt. Auch die Zeitung "Le Figaro" berichtete, das Hauptziel von GE sei Alstoms Energie-Sparte, in der das Geschäft etwa mit Kraftwerken und Gasturbinen gebündelt ist.

Stärken und Schwächen von Siemens

Stärke 1

Dividendenstärke

Seit einigen Jahren gilt bei Siemens das Ziel, einen Anteil von 40 bis 60 Prozent des Gewinns nach Steuern auszuschütten, deutlich mehr als früher. Für 2013 gab es wieder eine Dividende auf dem Rekordniveau von drei Euro. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 57 Prozent.

Stärke 2

Aufträge

Der Auftragseingang, also die Umsätze von morgen, legte im abgelaufenen Geschäftsjahr um acht Prozent auf 82,4 Milliarden Euro zu.

Stärke 3

Ertragsperlen

Die Medizintechnik, der kleinste der vier Siemens-Sektoren, glänzte im vergangenen Geschäftsjahr nicht nur mit der höchsten operativen Umsatzrendite. Auch in absoluten Zahlen lieferte die Medizintechnik mit einem operativen Ergebnis (Ebitda) von zwei Milliarden Euro den höchsten Gewinnbeitrag.

Schwäche 1

Abhängigkeit von Europa

Was in Boomzeiten ein Vorteil ist, wird zum Nachteil, wenn die Konjunktur lahmt – die starke Position von Siemens in Europa. In Südeuropa etwa können die Schuldenstaaten derzeit nur noch wenige große Infrastrukturprojekte anstoßen. Das bekommt auch Siemens zu spüren.

Schwäche 2

Fehlende Innovationskraft

Es gibt Zweifel an der Innovationskraft von Siemens – trotz 60.000 neuen Patenten im Jahr. Denn der Konzern erzielte zuletzt mit seinen Geschäften nur eine Bruttomarge von 27,4 Prozent. Nach Einschätzung von Konzernchef Joe Kaeser ist dies ein Anzeichen dafür, dass Siemens mit seinen Produkten nicht die Preise erzielen kann, die man gerne hätte. Die Produkte sind womöglich nicht immer innovativ genug.

Schwäche 3

Sonderlasten

Vor allem schlecht gemanagte Großprojekte verhageln dem Konzern seit Jahrzehnten die Ergebnisse. 2013 war es besonders arg. Die anhaltenden Probleme bei der Anbindung der Offshore-Windparks an das Stromnetz auf dem Festland, die verspätete Auslieferung von ICE-Zügen, der Ausstieg aus dem Solargeschäft und andere Pannen verursachten im Konzern fast 900 Millionen Euro an Sonderaufwendungen.

Die Agentur Bloomberg hatte unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet, GE wolle den angeschlagenen Turbinen- und Zughersteller für 13 Milliarden Dollar kaufen. Sollte die Zug-Sparte an die finanzstarke GE gehen, wäre dies ein herber Schlag für Siemens. Bei einer Komplett-Übernahme entstünde für die Deutschen ein noch ernstzunehmenderer Konkurrent.

Alstom-Aktien stiegen am Donnerstag um elf Prozent. Der Konzern erklärte, er sei über eine mögliche Offerte nicht informiert.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

25.04.2014, 16:38 Uhr

GE will Alstom übernehmen
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"Die Regierung bringt ihre patriotische Besorgnis und Wachsamkeit zum Ausdruck", sagte Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg der Zeitung "Le Monde" am Freitag. "Diese Besorgnis bezieht sich auf die ernsthafte Gefahr, ein großes Entscheidungszentrum zu verlieren."

Montebourg sagte, er und Ministerpräsident Manuel Valls hätten bereits mit Alstom-Chef Patrick Kron darüber gesprochen und würden ihre Bedenken auch bei einem Treffen mit GE-Chef Jeff Immelt anmelden. Alstom ist extrem abhängig von staatlichen Aufträgen. Mit rund 18.000 Beschäftigten arbeiten rund 20 Prozent der Belegschaft in Frankreich.

Und jetzt wollen also die "bösen Amis" den Staatskonzern übernehmen.
Da klingen natürlich bei den Franzosen die Alarmglocken!

Quelle: Reuters
http://de.reuters.com/article/economicsNews/idDEKBN0DB0SR20140425

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