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27.04.2011

16:41 Uhr

General Electric

Jetzt schlägt die große Stunde des Jeffrey Immelt

VonAstrid Dörner, Joachim Hofer

Die Wirtschaftskrise hätte Jeffrey Immelt fast den Job gekostet. Jetzt kann der Chef des Elektrogiganten General Electric endlich gute Nachrichten verkünden. General Electric steht vor einer wirklich außergewöhnlichen Hauptversammlung.

General Electric-Chef Jeff Immelt kann endlich gute Nachrichten verkünden. Quelle: Reuters

General Electric-Chef Jeff Immelt kann endlich gute Nachrichten verkünden.

New York/MünchenKurz nach 18 Uhr deutscher Zeit wird Jeffrey Immelt im Salt Palace Convention Center von Salt Lake City vor die Aktionäre treten. Es ist schon lange her, dass der Chef von General Electric (GE) auf der Hauptversammlung mit guten Nachrichten aufwarten konnte. Jetzt ist der Moment gekommen.
Seit vier Quartalen wächst der Gewinn im zweistelligen Prozentbereich. Zum dritten Mal in den vergangenen zwölf Monaten hat Immelt die Quartalsdividende erhöht. Der Auftragsbestand, ein wichtiger Hinweis auf künftige Erträge, lag Ende März bei 177 Milliarden Dollar - ein Rekord für Amerikas größten Industriekonzern.
Dennoch ist es nicht selbstverständlich, dass Immelt auf dem Podium steht. Die Wirtschafts- und Finanzkrise der vergangenen Jahre hätte ihn fast den Job gekostet. Angesichts der schweren Flaute musste er als erster GE-Chef seit 1938 die Dividende kürzen. Der Gewinn brach ein und Immelt musste zusehen, wie die zuvor tadellose Kreditwürdigkeit des Traditionsunternehmens von Ratingagenturen herunter gestuft wurde. "Die schwersten Jahre meines Lebens waren 2008 und 2009", schreibt der 55-Jährige in einem Brief an seine Anteilseigner.

Nach Jahren der Enttäuschung kann der für seine Zuversicht bekannte Manager nun erste Erfolge verbuchen. "Endlich Hoffnung", titelte kürzlich das Anleger-Magazin "Barrons". Vor fast zehn Jahren löste Immelt die Manager-Legende Jack Welch an der Spitze des Konglomerates ab. Seither hatte Immelt viel Pech: Die Anschläge vom 11. September 2001, die darauf folgende Rezession und zahlreiche andere Rückschläge lasten auf dem Aktienkurs. Das Papier hat in den vergangenen zehn Jahren mehr als 50 Prozent seines Wertes verloren, während der Aktienindex der 500 größten börsennotierten US-Unternehmen, der S&P 500, um rund 14 Prozent gestiegen ist. "Wieso ist Immelt da eigentlich noch im Amt?", ätzte jüngst ein Händler an der Wall Street.
Noch in der Krise hatte der Konzernchef die neue Strategie vorgegeben: Das Industriegeschäft soll wieder im Mittelpunkt stehen. Die Finanzsparte GE Capital war vor dem Einbruch viel zu groß geworden. Zu den besten Zeiten machte sie rund die Hälfte des operativen Gewinns aus. Als die Blase platzte, rissen riskante Wetten auf Immobilien und andere Finanzgeschäfte das gesamte Unternehmen in die Tiefe. GE habe sich in Bereichen engagiert, die das Unternehmen nie hätte anfassen dürfen, sagte Immelt hinterher. "Heute besinnen wir uns auf unsere alten Stärken, mit einem etwas kleineren, besser mit unserem Industriegeschäft verzahnten Finanzbereich", sagte Ferdinando Beccalli-Falco, der Europachef von GE, dem Handelsblatt.

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