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23.02.2015

21:00 Uhr

General Motors

57 Tote wegen defekter Zündschlösser

Im Skandal um defekte Zündschlösser bei General Motors ist die Zahl der bestätigten Todesopfer nach oben korrigiert worden: Nach aktuellem Stand starben 57 Menschen. Pro Todesfall zahlt GM mindestens eine Million Dollar.

Wer Geld annimmt, muss sich zugleich verpflichten, keine Gerichtsklage gegen den Autobauer anzustrengen. ap

Wer Geld annimmt, muss sich zugleich verpflichten, keine Gerichtsklage gegen den Autobauer anzustrengen.

DetroitDie Zahl der bestätigten Todesopfer wegen defekter Zündschlösser in Fahrzeugen des US-Autobauers General Motors ist auf 57 gestiegen. Seit vergangener Woche wurde noch ein neuer Fall bekannt, wie der GM-Bevollmächtigte Kenneth Feinberg am Montag mitteilte. Außerdem habe es 94 Verletzte gegeben. Alle Betroffenen sollten Entschädigungen erhalten.

Die schadhaften Zündschlösser können das Fahrzeug unvermittelt abschalten, auch wenn der Zündschlüssel auf der Einschaltposition steht. Das kann dazu führen, dass der Motor bei voller Fahrt ausgeht, das Lenkrad nicht mehr bewegt werden kann und die Airbags ausgeschaltet werden.

General Motors wusste von dem Problem im Modell Cobalt der Marke Chevrolet und weiteren Kleinwagen, rief die weltweit 2,6 Millionen Fahrzeuge aber mehr als zehn Jahre nicht zur Reparatur in die Werkstätten. Dazu entschloss sich der Autobauer erst im Februar 2014.

Die Frist zum Einreichen von Schadenersatzansprüchen lief Ende Januar aus. Feinberg sagte, seine Mitarbeiter prüften noch, ob weiter eingehende Anträge einen Poststempel bis einschließlich 31. Januar tragen. Bei ihm seien insgesamt 4345 Anmeldungen auf Schadenersatz eingegangen, 479 wegen Todesfällen und 3866 wegen Verletzungen.

Die meisten wurden von GM nicht anerkannt. Die Firma hat für mögliche Zahlungen in dem Fall 400 Millionen Dollar (353 Millionen Euro) zurückgestellt, aber eingeräumt, möglicherweise bis zu 600 Millionen Dollar zu benötigen.

Pro Todesfall zahlt GM mindestens eine Million Dollar. Wer das Geld annimmt, muss sich zugleich verpflichten, keine Gerichtsklage gegen den Autobauer anzustrengen. Vor Gerichten sind 104 Klagen gegen GM wegen Todesfällen oder Verletzungen im Zusammenhang mit den kaputten Zündschlössern anhängig. 108 Kunden zeigten GM an, weil ihre Fahrzeuge wegen des Defekts unerwartet an Wert verloren haben.

Von

ap

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