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12.01.2010

16:27 Uhr

General Motors

Auf Opel kommen harte Zeiten zu

Im Vorjahr schlug sich der Autobauer Opel dank der Abwrackprämien noch wacker durch die Autokrise. Die ist nun weg - und die Konzernmutter General Motors rechnet fürs laufende Jahr nun mit einem deutlichen Einbruch der Verkaufszahlen. Wenigstens in der Führungsfrage deutet sich bald eine Klärung an.

Bald Mister Opel? Nick Reilly ist zurzeit Chef von GM in Europa. dpa

Bald Mister Opel? Nick Reilly ist zurzeit Chef von GM in Europa.

HB DETROIT. Der krisengeschüttelte Autobauer Opel rechnet in diesem Jahr mit einem deutlichen Absatzrückgang. Opel und die britische Schwester Vauxhall dürften 2010 um bis zu fünf Prozent weniger Autos verkaufen als im Vorjahr, sagte GM-Europa-Chef Nick Reilly in Detroit.

Im abgelaufenen Jahr habe das Unternehmen unterstützt durch Abwrackprämien in Europa 1,2 (2008: 1,4) Mio. Autos veräußert. "Wir haben 2009 Geld verloren, sehen aber die Chance, 2011 wieder schwarze Zahlen zu schreiben", sagte Reilly. Durch den Produktanlauf des neuen Meriva hoffe Opel darauf, seinen Marktanteil steigern zu können. Der Opel-Absatz sei bislang noch nicht von der monatelangen Hängepartie zwischen Veräußerung und Verleib beim US-Mutterkonzern im vergangenen Jahr betroffen gewesen.

In seinen Gesprächen mit europäischen Regierungen über Staatsbürgschaften von insgesamt 2,7 Mrd. Euro kommt das Unternehmen nach Reillys Einschätzung voran. "Wir haben gute Gespräche und machen Fortschritte", sagte er. Im Zuge des Umbaus will General Motors die Kapazitäten bei Opel um 20 Prozent reduzieren. Ob dabei das Werk in Antwerpen geschlossen wird sei aber weiter offen, sagte Reilly. "Da ist noch nichts entschieden."

Zu den Themen für die Opel-Aufsichtsratsitzung am Freitag hielt sich Reilly bedeckt. Kreisen zufolge will er dort einen Vorschlag für die Besetzung seines neuen Managementteams machen.

Im Vorfeld hatte es bereits Spekulationen gegeben, Reilly könnte auch den Posten des Opel-Chefs einnehmen, den bislang formal noch Hans Demant hat. Im Hintergrund zieht jedoch seit längerem Reilly die Fäden.

Und es deutet sich an, dass Reilly auch künftig die deutsche Tochter Opel führen wird. Das bestätigte Reilly indirekt vor Journalisten auf der Autoshow in Detroit. Auf die Frage, ob er bei der Aufsichtsratssitzung der Adam Opel GmbH am Freitag zum Opel-Chef ernannt werde, antwortete Reilly: "Das würde ich nicht dementieren."

Damit würde der britische GM-Manager die Nachfolge von Hans Demant antreten. Demant steht seit 2004 an der Spitze des traditionsreichen Rüsselsheimer Autoherstellers. Er gilt als ausgezeichneter Ingenieur, konnte sich aber im Poker um die Zukunft Opels nicht als "Mister Opel" behaupten.

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