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02.04.2014

12:58 Uhr

General Motors

Ein Dollar pro Auto hätte Pannenserie womöglich verhindert

General Motors hätte die Pannenserie seiner Autos womöglich verhindern können. Vor zehn Jahren entschied sich GM aus Kostengründen gegen den Einbau neuer Zündschlösser. Zum Preis von nicht mal einem Dollar pro Stück.

General-Motors-Chef Mary Barra: „Kosten-Kultur“ nach der staatlich gestützten Sanierung im Insolvenzverfahren. ap

General-Motors-Chef Mary Barra: „Kosten-Kultur“ nach der staatlich gestützten Sanierung im Insolvenzverfahren.

WashingtonDie tödliche Pannenserie sorgt für immer mehr Kratzer am Image der Opel-Mutter General Motors (GM). Wie bei der Kongressanhörung von Konzernchefin Mary Barra bekanntwurde, soll sich GM vor rund zehn Jahren aus Kostengründen gegen einen Austausch der Zündschlösser entschieden haben, die als Ursache für den Unfalltod von mindestens 13 Menschen gelten. Nicht einmal einen Dollar pro Fahrzeug soll ein neues Schloss mehr gekostet haben im Vergleich mit den zuvor verbauten, die nicht den technischen Vorgaben des US-Konzerns entsprachen.

Die Kongress-Abgeordnete Diana DeGette sprach am Dienstagabend unter Berufung auf GM-Dokumente von 57 US-Cent. In einem E-Mail-Verkehr zwischen GM-Ingenieuren aus dem Jahr 2005, der Reuters vorliegt, ist von 90 Cent Extrakosten pro Auto plus 400.000 Dollar für zusätzliches Werkzeug die Rede. Deswegen wurde empfohlen, die alten Schlösser weiter zu nutzen, bis neue Teile günstiger zu haben seien. Erst in den GM-Modellen ab 2007 wurden neue Zündschlösser verbaut.

General-Motors-Fahrzeuge: Fehlerhafte Zündschlösser. Reuters

General-Motors-Fahrzeuge: Fehlerhafte Zündschlösser.

Von den Abgeordneten im zuständigen Ausschuss des Repräsentantenhauses darauf angesprochen sagte Barra, sollte aus solchen Gründen auf ein neues Zündschloss verzichtet worden sein, fände sie das sehr verstörend. Eine interne Untersuchung solle klären, ob Kostenabwägungen über Sicherheitsaspekten gestanden hätten. Das Unternehmen habe sich aber gewandelt. Früher habe GM eine „Kosten-Kultur“ gehabt, nach der staatlich gestützten Sanierung im Insolvenzverfahren 2009 sei dies aber anders und es herrsche eine „Kunden-Kultur“ vor, sagte die Managerin, die erst zu Jahresanfang die Konzernführung übernommen hat. Zugleich beteuerte sie, erst am 31. Januar von den Problemen erfahren zu haben, die im Unternehmen schon seit 2001 bekannt sind. Seit Februar hat GM deswegen 2,6 Millionen Autos zurückgerufen.

Weil die Zündschlüssel während der Fahrt in die Aus-Position zurückspringen können, kann der Motor ausgehen und sich Elektronik wie die Servolenkung, Bremskraftverstärker und Airbags abschalten. GM droht deswegen eine Klagewelle und ein massiver Vertrauensverlust, der den Konzern im Rennen um die Weltmarktführung mit Branchenprimus Toyota und Volkswagen ausbremsen könnte. Opel ist von den Zündschloss-Problemen kaum betroffen.

Von

rtr

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