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21.07.2016

14:04 Uhr

General Motors in Europa

Opel schreibt wieder schwarze Zahlen

VonStefan Menzel

Bei Opel geht es aufwärts: Die deutsche Tochter von General Motors profitiert von der Erholung auf Europas Automärkten. Das schlägt sich sofort in den Zahlen zum Halbjahr nieder – auch bei der Mutter in Detroit.

Am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim herrscht Erleichterung. Die Verkaufszahlen haben sich deutlich verbessert – trotz der jüngsten Vorwürfe, auch bei Opel seien Abgaswerte manipuliert worden. dpa

Die letzte dunkle Wolke über Rüsselsheim

Am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim herrscht Erleichterung. Die Verkaufszahlen haben sich deutlich verbessert – trotz der jüngsten Vorwürfe, auch bei Opel seien Abgaswerte manipuliert worden.

DüsseldorfVorstandschef Karl-Thomas Neumann sprach am Donnerstag von einem „großen Tag für Opel“. Der Gewinn im zweiten Quartal und im gesamten ersten Halbjahr unterstreiche, „dass das Comeback von Opel gelungen ist“. Im Europa-Geschäft – in etwa gleichzusetzen mit dem Opel-Umsatz – hat General Motors im zweiten Quartal einen operativen Gewinn von 137 Millionen Dollar verbucht. Vor einem Jahr erreichte der größte US-Autokonzern nur so gerade eben die Gewinnschwelle.

Neumann sprach von „großen Fortschritten in Europa“, warnte aber zugleich vor einem schwierigen zweiten Halbjahr. Großbritannien ist für GM der größte Markt in Europa; die Brexit-Entscheidung könnte auch Opel größere Probleme auf der britischen Insel bereiten. In Europa schreibt der US-Konzern jetzt erstmals seit fünf Jahren wieder schwarze Zahlen.

Die Opel-Mutter hat insgesamt die Gewinnerwartungen von Analysten im zweiten Quartal übertroffen und die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Im abgelaufenen Vierteljahr stieg der Nettogewinn auf 2,87 Milliarden Dollar von 1,1 Milliarden vor Jahresfrist.

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Europas Automärkte befinden sich dieses Jahr im Aufwind. In den ersten sechs Monaten sind die Verkaufszahlen innerhalb der EU gegenüber 2015 um 9,4 Prozent gestiegen. Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall sind mit einem Plus von 8,4 Prozent nicht ganz so stark gewachsen. Der deutschen GM-Tochter hilft eine vergleichsweise frische Modellpalette, besonderen Zuspruch findet das neue Kompaktklassen-Modell Astra.

Nach Angaben von Opel-Chef Neumann sind für den Astra bislang 220.000 Bestellungen eingegangen. Auf dem deutschen Heimatmarkt geht es für Opel ebenfalls gut voran. Nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) liegt das Plus bei den Neuzulassungen für das erste Halbjahr bei 12,9 Prozent. Die Gerüchte, auch Opel sei möglicherweise wie Volkswagen in einen Abgasskandal verwickelt, haben dem Rüsselsheimer Autohersteller bislang nicht schaden können.

Auch für den gesamten General-Motors-Konzern geht es weiter voran. GM profitiert von der anhaltend stabilen Nachfrage nach neuen Fahrzeugen auf dem amerikanischen Automarkt. Der US-Konzern verkauft weiter viele Geländewagen, die dem Unternehmen höhere Renditen bescheren.

Die Wende bei Opel hatte sich schon länger abgezeichnet. Im ersten Quartal dieses Jahres war Opel mit einem Verlust von sechs Millionen Dollar (5,3 Millionen Euro) knapp an die Gewinnschwelle herangefahren. Das war ebenfalls das beste Quartalsergebnis seit dem Frühjahr 2011, als Opel letztmals einen Gewinn geschrieben hatte. Damit habe man die eigenen Ziele übertroffen, hatte der im März 2013 eingestiegene Opel-Chef Neumann betont. In den ersten drei Monaten des Vorjahres hatte der Quartalsverlust noch 239 Millionen Dollar (210 Millionen Euro) betragen.

2015 musste das Unternehmen noch hohe finanzielle Lasten aus den Werkschließungen in Bochum und St. Petersburg tragen, die nunmehr überwunden sein sollten. Neue Geschäftsrisiken könnten den Rüsselsheimern durch das britische Votum zum EU-Austritt und die anhaltende Diesel-Krise entstehen.

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