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28.05.2015

14:45 Uhr

General Motors

Opel-Chef sieht keinen Bedarf für Fiat-Fusion

Händeringend sucht Fiat Chrysler einen Partner im Wettrennen um neue Technologien im Auto-Markt. Opel-Chef Karl-Thomas Neumann erteilt Spekulationen um eine mögliche Fusion eine Absage – wegen schlechter Erfahrungen.

Schon länger ist Fiat Chrysler auf der Suche nach einem Partner. Doch der hohe Schuldenberg lässt viele Interessenten zurückschrecken. Reuters

Unattraktiver Partner

Schon länger ist Fiat Chrysler auf der Suche nach einem Partner. Doch der hohe Schuldenberg lässt viele Interessenten zurückschrecken.

Rüsselsheim/MelfiOpel-Chef Karl-Thomas Neumann hat ein Zusammengehen seines Mutterkonzerns General Motors mit Fiat ausgeschlossen, hält jedoch eine Zusammenarbeit von Autobauern zum Kostensenken für notwendig. Fiat-Chrysler-Chef Sergio Machionne habe mit seinen Hinweisen auf Konsolidierungsbedarf Recht. In der Autoindustrie werde die selbe Technik – zum Beispiel Motoren mit niedrigen Kohlendioxid-Emissionen – zehn Mal gleichzeitig entwickelt, sagte Neumann am Donnerstag in Rüsselsheim. Die Entwicklungskosten könnten gesenkt werden, wenn verschiedene Autohersteller sie teilten.

Marchionne ist einem Zeitungsbericht zufolge mit einem Fusionsvorschlag an GM-Chefin Mary Barra abgeblitzt, den er per E-Mail unterbreitet haben soll. Den Austausch mit Barra wollte Marchionne am Donnerstag bei einem Besuch im Fiat-Werk Melfi in Süditalien nicht bestätigen. „Ich schreibe eine Menge E-Mails, darüber redet man nicht auf diese Weise“, sagte er. Zugleich betonte er jedoch: „Ich bin absolut sicher, dass es vor 2018 zu einer Fusion kommen wird.“ Dies sei seine persönliche Meinung, „ein Bauchgefühl“.

Gewinner im europäischen Automarkt

Platz 10

Renault – Absatzplus: 9,4 Prozent

Endlich geht es wieder aufwärts für die Franzosen. Nach den deprimierenden Vorjahren verkaufen sich Clio und Co wieder besser. Auch der neue Twingo erfüllt die Erwartungen. Insgesamt verkauft die Marke europaweit rund 863.200 Fahrzeuge.

Quelle: Acea

Platz 9

Volvo – Absatzplus: 12,3 Prozent

Mit dem XC90 haben die Schweden den ersten SUV, der unter chinesischer Führung entwickelt wurde, an den Start gerollt. So sollen die Absätze auch im kommenden Jahr zulegen. Insgesamt wurden im Jahr 2014 rund 236.200 Volvos verkauft.

Platz 8

Nissan – Absatzplus: 13,4 Prozent

Insbesondere die kompakten SUVs der Japaner verkaufen sich dank ihres gefälligen Designs bestens. Mit dem Pulsar will man nun auch in der Kompaktklasse zulegen. Unterm Strich stehen 2014 rund 462.200 verkaufte Fahrzeuge.

Platz 7

Seat – Absatzplus: 13,8 Prozent

Das spanische Sorgenkind des VW-Konzerns hat sich dank erfolgreicher Modelle wie dem Leon wieder berappelt. Nun müsste man auch beim Gewinn nachziehen. Insgesamt wurden 2014 rund 318.900 Fahrzeuge verkaufte.

Platz 6

Skoda – Absatzplus: 14,2 Prozent

Noch besser schneidet die zweite VW-Tochter ab. Die Tschechen haben in Deutschland mittlerweile sogar den Titel als größte Importmarke erobert. Europaweit wurden 554.500 Fahrzeuge verkauft.

Platz 5

Mazda – Absatzplus: 20,4 Prozent

Für die Japaner geht es beim Absatz wieder aufwärts. Das extravagante Design scheint von den Europäern angenommen zu werden. Mit 161.000 verkauften Fahrzeugen legen die Verkäufe stark zu.

Platz 4

Dacia – Absatzplus: 23,9 Prozent

Die rumänische Renault-Tochter ist ein Phänomen und gehört schon seit Jahren beim Absatz zu den Gewinnern. Für den Konzern wird die Marke damit immer wichtiger. Im Jahr 2014 verkaufte Dacia in Europa rund 359.100 Fahrzeuge.

Platz 3

Lexus – Absatzplus: 30,1 Prozent

Natürlich wächst die Nobeltochter von Toyota von einem extrem niedrigen Niveau aus. Doch die Konkurrenz von Audi, BMW und Mercedes ist stark. Da sind auch kleine Erfolge viel wert. Insgesamt wurden 2014 rund 29.500 Fahrzeuge verkauft.

Platz 2

Lexus – Absatzplus: 30,1 Prozent

Natürlich wächst die Nobeltochter von Toyota von einem extrem niedrigen Niveau aus. Doch die Konkurrenz von Audi, BMW und Mercedes ist stark. Da sind auch kleine Erfolge viel wert. Insgesamt wurden 2014 rund 29.500 Fahrzeuge verkauft.

Platz 1

Jeep – Absatzplus: 70,6 Prozent

Die große Hoffnung von Fiat-Chrysler enttäuscht im Jahr 2014 nicht. Durch Modelle wie den Grand Cherokee geht es für die SUV-Ikone deutlich aufwärts. Mit 37.900 verkauften Fahrzeugen wurde sogar ein neuer Rekord aufgestellt.

Der Chef des weltweit siebtgrößten Autobauers strebt Insidern zufolge eine Verschmelzung mit einem US-Partner an, um die Schwächen von Fiat Chrysler auszubügeln und sein Lebenswerk vor seinem Ausscheiden 2019 zu sichern. Doch wegen des hohen Schuldenberges und der geringen Rendite hat Fiat es schwer, einen Verbündeten zu finden. Marchionne erklärte, es müsse zu einer Konsolidierung kommen, um hohe Kapitalkosten zu teilen und teure Investitionen in neue Technologien zur CO2-Reduktion oder automatisiertem Fahren stemmen zu können.

Auch Opel-Chef Neumann sagte, mit höheren Produktionsvolumina müssten Größenvorteile gewonnen werden. Doch diese könnten auch noch innerhalb des GM-Konzerns realisiert werden. Die Allianz von Opel mit dem französischen Autobauer Peugeot sei ein großer Fehler gewesen.

Von

rtr

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