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11.05.2011

22:36 Uhr

Generikahersteller

Ratiopharm bringt Teva nach vorne

Der deutsche Generikahersteller Ratiopharm beflügelt den Arzneimittelkonzern Teva. Vor allem in Europa läuft es gut.

Eine Schachtel Paracetamol des Generika- Arzneimittelherstellers Ratiopharm. Quelle: ap

Eine Schachtel Paracetamol des Generika- Arzneimittelherstellers Ratiopharm.

Tel AvivFür den weltgrößten Hersteller von Nachahmerpräparaten Teva zahlt sich die Übernahme des Ulmer Arzneimittelkonzerns Ratiopharm immer mehr aus. Mit Ratiopharm konnte das israelische Unternehmen im ersten Quartal sein Europageschäft kräftig ausbauen und damit einen Umsatzrückgang in Nordamerika mehr als ausgleichen, wie Teva am Mittwoch mitteilte. Insgesamt steigerte Teva im Auftaktquartal des Jahres seinen Konzernumsatz um zwölf Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 936 Millionen Dollar - ein Plus von 13 Prozent. Die Israelis hatten im August die rund 3,8 Milliarden Euro teure Akquisition von Ratiopharm unter Dach und Fach gebracht. Zuvor war Deutschland für Teva noch ein weißer Fleck auf der Landkarte.

„Die Beiträge aus unserem Europageschäft sowie die stark wachsenden Generikamärkte in Osteuropa, Lateinamerika und Asien ermöglichten uns, ein weiteres Quartal mit zweistelligen Wachstumsraten abzuliefern“, erklärte Teva-Chef Shlomo Yanai im Zwischenbericht. Damit traf der weltgrößte Hersteller von Nachahmermedikamenten die Schätzung der Analysten traf.

Im wichtigen Nordamerika-Geschäft schrumpften allerdings die Umsätze um elf Prozent auf 2,06 Milliarden Dollar. Noch vor einem Jahr hatte Teva im ersten Quartal von der Markteinführung neuer Generika in den USA profitiert. „Dieses Jahr hatten wir keine Marktstarts“, sagte Yanai. Die Generika-Umsätze in den USA würden in den nächsten Quartalen aber wieder zunehmen. Im Europageschäft schnellten dagegen die Umsätze im Auftaktquartal um 66 Prozent auf 1,34 Milliarden Dollar nach oben. Ratiopharm habe die Geschäfte in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien angeschoben, erklärte der Konzern.

Den Geschäftsausblick für dieses Jahr bekräftigte das Management: Teva erwartet 2011 ohne Zukäufe weiterhin Umsätze von 18,5 bis 19 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 4,90 bis 5,20 Dollar.

Neben Nachahmermedikamenten besitzt Teva auch ein Geschäft mit verschreibungspflichtigen Originalpräparaten. Den Löwenanteil der Umsätze macht Teva hier mit dem Multiple-Sklerose-Medikament Copaxone, das auf einen Marktanteil von 31 Prozent kommt. Mit dem Präparat nahmen die Erlöse im ersten Quartal um 14 Prozent auf 907 Millionen Dollar zu. Um die Abhängigkeit von Copaxone zu verringern, hatte Teva unlängst die Übernahme des amerikanischen Spezialpharmazeutika-Konzerns Cephalon für fast sieben Milliarden Dollar angekündigt. Manche Analysten hatten Teva wegen des Kaufpreises kritisiert und die innerhalb von drei Jahren angepeilten jährlichen Synergien von 500 Millionen Dollar angezweifelt. Ihnen entgegnete Konzernchef Yanai, dass Teva auf Übernahmen spezialisiert sei. „Wir sind gegenüber den Analysten im Vorteil: Wir haben die Bücher geprüft und sie nicht“, fügte er hinzu.

Von

rtr

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