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27.12.2011

15:50 Uhr

Generikahersteller

Ratiopharm setzt auf auslaufende Patente

Nach rund eineinhalb Jahren im Teva-Konzern will sich Ratiopharm ein größeres Stück vom Pharma-Kuchen sichern - unter anderem dank auslaufender Patente auf Medikamente.

Ratiopharm will von auslaufenden Patenten profitieren. dpa

Ratiopharm will von auslaufenden Patenten profitieren.

UlmVor der Zentrale von Deutschlands führendem Generikahersteller weht neben der deutschen die israelische Flagge. Entscheidungsfreude und Mut zum Risiko, das mache die Managementkultur der Muttergesellschaft Teva aus, die Ratiopharm 2010 übernommen hat, sagt Firmenchef Sven Dethlefs. Aber auch die Israelis haben von den Ulmern gelernt - so ist Produktionsleiter Walter Bühl mittlerweile für alle Teva-Werke in Europa zuständig. Nun sollen unter anderem auslaufende Patente das weitere Wachstum sichern.

Dethlefs ist rund eineinhalb Jahr nach der Übernahme zufrieden mit der Entwicklung bei Ratiopharm, auch wenn er keine Zahlen nennen kann. Die veröffentlicht Teva nicht für Deutschland, sondern nur fürs gesamte Europageschäft, das bislang rund ein Drittel der Gesamterlöse von Teva ausmachte - für die ersten neun Monate des Jahres 2011 waren das rund vier Milliarden der 12,6 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) bei 2,3 Milliarden Dollar Gewinn (1,7 Milliarden Euro). Ein Gutteil des europäischen Umsatzes geht auf das Konto von Ratiopharm.

„Die Ratiopharm-Integration ist vollständig abgeschlossen. Wir sind jetzt schon dabei, Cephalon in den Teva-Verbund zu integrieren“, erklärt Dethlefs. Der amerikanische Nicht-Generika-Konzern war der vorerst letzte große Zukauf der Israelis. Für die deutsche Cephalon-Niederlassung läuft es freilich ähnlich wie schon zuvor für Teva Deutschland mit früherem Sitz im sächsischen Radebeul: „Den Standort München schließen wir komplett“, sagt Dethlefs. Das bedeutet das Aus für die dortigen mehreren Dutzend Stellen. Deren Bereiche würden nach Ulm, Frankfurt und Berlin verlagert.

Das Wirtschaftsmagazin „Brand eins“ hat Teva als „Akquisitionsmaschine“ bezeichnet - denn gewachsen waren die Israelis vor allem durch Zukäufe. Doch kann auch diese Maschine ins Stocken geraten. Der Gewinnausblick für 2012 konnte Analysten vergangene Woche nicht komplett überzeugen. Dethlefs gibt sich für Ratiopharm dennoch zuversichtlich. „In Deutschland sind wir dieses Jahr Marktführer, wir haben Hexal überholt“, erklärt er, auch wenn die Hexalmutter Sandoz sich zuletzt immer noch klar als Nummer eins sah. „Größe allein zählt nicht“, sagt der 43-jährige Dethlefs. Es gebe kleinere Firmen, die sehr erfolgreich in einer Nische operierten.

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