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05.04.2012

21:59 Uhr

Gentechnik

BASF will Gen-Kartoffeln für Versuche anbauen

Das Chemieunternehmen BASF will in Deutschland, Schweden und den Niederlanden gentechnisch veränderte Kartoffeln in Feldversuchen testen. Noch hat die EU die beiden Kartoffelsorten jedoch noch nicht genehmigt.

In den vergangenen Jahren testete BASF die gentechnisch veränderte Sorte „Amflora“. In den Feldern wurde jedoch eine weitere, nicht zugelassene Sorte entdeckt. dpa

In den vergangenen Jahren testete BASF die gentechnisch veränderte Sorte „Amflora“. In den Feldern wurde jedoch eine weitere, nicht zugelassene Sorte entdeckt.

Frankfurt/LudwigshafenDer Chemiekonzern BASF will auch in diesem Jahr in Europa zwei umstrittene Gen-Kartoffeln in Feldversuchen testen. Die Kartoffelsorten Modena und Fortuna sollen an verschiedenen Standorten in Deutschland, Schweden und in den Niederlanden angepflanzt werden, wie BASF am Donnerstag ankündigte. 2011 und auch 2010 hatte der Konzern in Europa ebenfalls Gen-Kartoffeln in Feldversuchen getestet. Vor zwei Jahren hatte sich der Konzern erheblichen Ärger eingehandelt, als in einem Feld in Nordschweden neben der bereits genehmigten Gen-Knolle Amflora auch eine noch nicht zugelassene Sorte entdeckt wurde. Die Kartoffelsorten Modena und Fortuna stecken beide noch im Genehmigungsprozess in der EU.

Für die jetzt anlaufenden Feldversuche sollen die beiden Sorten insgesamt auf einer Fläche von weniger als einem Hektar angepflanzt werden. In Deutschland soll dies in Sachsen-Anhalt geschehen. Die Kartoffel Modena ist gentechnisch verändert worden, um höhere Stärkeerträge für industrielle Anwendungen in der Papier- und Klebstoffproduktion zu liefern.

Fortuna ist eine gentechnische Weiterentwicklung einer besonders bei Herstellern von Pommes Frites beliebten Knollensorte. Sie soll gegen Kraut- und Knollenfäule resistent sein, einer Kartoffelerkrankung, die von einem pilzartigen Erreger verursacht wird.

Da Kartoffeln nur begrenzt lagerfähig sind, würden sie in der Regel im Feld vermehrt, teilte die BASF mit. Außerdem gehe es bei dem anstehenden Projekt darum, die Leistungsfähigkeit der Sorten unter verschiedenen Umweltbedingungen zu überprüfen und zu dokumentieren. Das gelte auch für die spezielle Widerstandsfähigkeit der Fortuna. „Bei der Durchführung der Feldversuche werden wir - wie auch in den vergangenen Jahren - alle Maßnahmen in enger Absprache mit den zuständigen Behörden ausführen“, versicherte der Geschäftsführer der BASF Plant Science, Peter Eckes, laut Mitteilung.

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Eine spätere kommerzielle Nutzung der Gen-Kartoffeln in Europa steht allerdings in den Sternen. Denn wegen der anhaltenden Gentechnik-Skepsis in vielen europäischen Ländern hatte BASF nach jahrelangen Querelen mit Politkern und Umweltschützern kürzlich die Reißleine gezogen.

In weiten Teilen Europas fehle noch immer die Akzeptanz bei der Mehrheit der Verbraucher, Landwirte und Politiker für die Pflanzenbiotechnologie, hieß es zur Begründung. Um sich aber alle Möglichkeiten offen zu halten, würden laufende Zulassungsanträge und Sortenschutzverfahren weiterverfolgt, teilte die BASF nun mit. Zudem gehe es darum, Saatgut zu vermehren.

BASF will alle Pflanzengentechnik-Projekte stoppen, die ausschließlich auf Europa ausgerichtet sind. Lediglich die in der EU schon angelaufenen Zulassungsprozesse und die dazu gehörenden Versuche sollen weiterverfolgt werden. Dazu gehören auch Modena und Fortuna. Der Konzern will sich in dem Gebiet künftig auf Nord- und Südamerika sowie auf die Wachstumsmärkte in Asien konzentrieren. BASF investierte zuletzt im Jahr rund 150 Millionen Euro in die Pflanzengentechnik.

Kommentare (5)

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Reise-in-die-Knechtschaft

05.04.2012, 22:45 Uhr

Wohin die Reise tatsächlich geht, zeigen Patentanmeldungen wie WO/2009/097403.
Monsanto beansprucht darin sogar Patentschutz auf längst gängige Verfahren, wie etwa die Zubereitung von Schnitzeln.
Werden Schlachttiere mit genveränderten Futtermitteln gemästet, beansprucht Monsanto Patentschutz für alle Folgeprodukte...
Lizenfreie Natur soll so aus der Lebensmittelproduktion verdrängt werden. Erreicht wird dies durch das Einschleusen von patentgeschützten Gensequenzen in Naturprodukte ( unter irgendeinem Nutzenvorwand).
Nach dem Plan der Patentbastler unterliegen dann auch Folgeprodukte dem Urheberrecht - wie Musikstücke.
Säen+Ernten ähnelt so einem gebührenpflichtigen Download. Durch Streuung und Kreuzung mit Naturpflanzen wandert die Gensequenz auch ohne Zutun des Patentinhabers.
Final dürfen sich Prozenten und Verbraucher auf ein Abmahnunwesen gefasst machen, wie bei den Samplejägern der Musikindustrie.
Es ist übrigens dieser Raubzug an der Menschheit, für den die Akteure das ACTA-Instrumentarium einfordern ( oder glauben Sie, es geht um das Wohl von Kapellmeistern ? )

EuroTanic

10.04.2012, 07:57 Uhr

Gen-Gepantschte Organismen sind nicht mehr mit den Originalen vergleichbar. Das sind neue lebende Organismen. Das wird mit dem Begriff "Gen-Technik" immer versucht zu kaschieren.
Was passiert, wenn man "neue" Organismen, so auch neue "Pflanzen" in die Natur aussetzt wissen wir.
Niemand will diesen GenDreck.
Niemand braucht diesen GenDreck.
Ausser ein paar kriminelle Psychopathen diedamit angeblich den Profit steigern wollen, auf Kosten der Natur und der Gesundheit der Menschen.
Wenn man diese Gen Pantscherei versichern müsste, gegen Schäden jeglicher Art, würde dies wohl kein Versicherungsunternehmen machen. Denn das Risiko ist bekannterweise zu gross.

AngieB

10.04.2012, 11:23 Uhr

Monsanto und Co. müssen mit Ihren kriminellen Machenschaften gestoppt werden!!!!!!!
Sie sind eine Riesengefahr!!!!

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