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31.03.2014

10:01 Uhr

Geplante Übernahme

Scania-Aktionär erteilt VW eine Abfuhr

Volkswagen hatte bereits seit längerem mit dem Gedanken gespielt, den schwedischen Lkw-Bauer Scania ganz zu übernehmen. Doch das Angebot der Wolfsburger wurde nun vom Aktionär der Schweden abgelehnt.

Lkws der Marke Scania: VW will Scania an die kurze Leine nehmen, um die schleppend verlaufende Allianz mit der Lkw-Tochter MAN in die Spur zu bringen. Reuters

Lkws der Marke Scania: VW will Scania an die kurze Leine nehmen, um die schleppend verlaufende Allianz mit der Lkw-Tochter MAN in die Spur zu bringen.

StockholmDer Scania -Aktionär AMF lehnt das Angebot von Volkswagen zur Komplettübernahme des schwedischen Lkw-Bauers ab. "Uns sind die Risiken einer kurzfristigen Reaktion der Aktie bewusst, falls das Angebot nicht angenommen wird", teilte der schwedische Pensionsfonds am Sonntag mit. Die Offerte aus Wolfsburg spiegele jedoch nicht den langfristigen Wert des Nutzfahrzeugherstellers wider. Der mit 0,83 Prozent am Scania-Kapital beteiligte Fonds ist der erste namhafte Minderheitsaktionär, der der Empfehlung durch eine unabhängige Kommission des Scania-Verwaltungsrats folgt. Dieser hatte den Anteilseignern geraten, die Offerte abzulehnen.

Der Wolfsburger Konzern, der bereits die Mehrheit an Scania hält, bekräftigte, dass die Offerte nicht nachgebessert werde. An der Haltung habe sich nichts geändert, sagte ein Volkswagen-Sprecher am Montag. Er verwies darauf, dass bereits mehrere Minderheitsaktionäre die Offerte begrüßt hätten. Unter anderem hätten sich die Swedbank und der Fonds Nordea positiv dazu geäußert.

Wie Ferdinand Piëch einen Weltkonzern schuf

1990er-Jahre

1993: Als Ferdinand Piëch im Januar 1993 den Vorstandsvorsitz von VW übernimmt, kämpft der Konzern mit einem Einbruch des Nordamerikageschäfts, hohen Kosten und Verlusten. Der neue Chef holt den Sanierer José Igancio López nach Wolfsburg. Weil der Spanier Betriebsgeheimnisse mitgenommen haben soll, entbrennt ein langwieriger Rechtsstreit mit seinem alten Arbeitgeber General Motors.
1997: Dank Piëchs Internationalisierungsstrategie laufen fast zwei von drei Autos im Ausland vom Band. 
1998: Mit der Übernahme der Marken Bentley (Foto) und Bugatti steigt Volkswagen ins Luxussegment ein. 
1999: Der Lupo kommt als erstes Drei-Liter-Auto auf den Markt. Im gleichen Jahr übertrifft Volkswagen als erster europäischer Hersteller die Schwelle von 100 Millionen produzierten Fahrzeugen

2000

Mit der im Juni eröffneten Autostadt setzt Piëch sich und dem VW-Konzern ein Denkmal in Wolfsburg. 

2001

Mit dem Luxusmodell „Phaeton“ erweitert VW das Oberklassenangebot. Für die Produktion des Kompaktvans Touran wird mit der IG Metall ein eigenes Tarifmodell entwickelt.

2002

Volkswagen übernimmt die schwedische Scania komplett und stärkt damit das Lkw-Geschäft. Der Aufsichtsrat wählt im April des Jahres Bernd Pischetsrieder zum Vorstandschef. Piëch übernimmt den Vorsitz im Aufsichtsrat.

2007

Im Januar tritt Martin Winterkorn das Amt des Vorstandsvorsitzenden an. Der VW-Konzern liefert 6,2 Millionen Fahrzeuge aus - so viele wie noch nie zuvor. Insbesondere in China, Brasilien und Osteuropa vermeldet VW Zuwächse von bis zu 32 Prozent im Vorjahresvergleich.

2009

Der von VW gesponserte VfL Wolfsburg gewinnt die Deutsche Fußball-Meisterschaft.

2011

Volkswagen legt in Silao in Mexiko den Grundstein für ein neues Motorenwerk. Nach zweijähriger Bauzeit eröffnet in den USA das neue Werk in Chattanooga mit einer Jahreskapazität von 150 000 Autos.

2012

VW hält über eine Holding 100 Prozent der Anteile an der Porsche AG, die als eigenständige Marke geführt wird - der integrierte Konzern von Volkswagen und Porsche entsteht.

VW will Scania an die kurze Leine nehmen, um die schleppend verlaufende Allianz mit der Lkw-Tochter MAN in die Spur zu bringen. Langfristig erhoffen sich die Wolfsburger davon finanzielle Vorteile von mindestens 650 Millionen Euro pro Jahr. Europas größter Autobauer bietet den Scania-Aktionären, die restlichen Anteile für 200 Kronen (umgerechnet 22,26 Euro) zu kaufen. Bisher hält VW zusammen mit MAN gut 60 Prozent des Kapitals und knapp 90 Prozent der Stimmrechte von Scania. Die Komplettübernahme will sich Europas größter Autobauer 6,7 Milliarden Euro kosten lassen. Das Angebot läuft noch bis zum 25. April. Am Montag notierte die Scania-Aktie bei 189 Kronen.

Von

rtr

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