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22.12.2011

19:34 Uhr

Geplatzte Pläne

RWE und Eon feiern ein trauriges Weihnachten

Kurz vor Weihnachten haben die Energieriesen mit Rückschlägen zu kämpfen. RWE muss die Hoffnungen auf eine Kraftwerksehe mit dem russischen Riesen Gazprom aufgeben, bei Eon wird es nichts mit der Expansion nach Portugal.

Eon scheiterte im Rennen um einen Einstieg beim portugiesischen Stromriesen EDP- dpa

Eon scheiterte im Rennen um einen Einstieg beim portugiesischen Stromriesen EDP-

Essen/Düsseldorf/LissabonDie Energieriesen RWE und Eon haben beim Konzernumbau empfindliche Rückschläge erlitten. Bei RWE ist die Kraftwerksehe mit Gazprom geplatzt, Eon zog im Ringen um den Einstieg in Portugal den Kürzeren.

Gazprom und RWE wollten gemeinsam Kraftwerke in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden bauen und betreiben. „Wir haben sehr konstruktive Gespräche geführt. Bedauerlicherweise konnten wir uns dennoch nicht auf einen für beide Seiten tragfähigen Rahmen für eine Zusammenarbeit einigen“, sagte RWE-Chef Jürgen Großmann.

Die Russen hätten für Gaskraftwerke den Brennstoff zu günstigen Konditionen liefern können. Die Kooperation war von RWE-Seite als großer Baustein im Konzept gedacht, sich für die Zukunft stabiler aufzustellen. Dieser Baustein bricht nun weg.

Three Gorges gewinnt: Eon verliert im Kampf um Energieriesen EDP

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Eon verliert im Kampf um Energieriesen EDP

Das Angebot von Eon lag angeblich rund 200 Millionen unter dem Gebot der Chinesen.

RWE hatte sich von der Zusammenarbeit mit Gazprom auch Erleichterungen bei den bestehenden Gas-Lieferverträgen erhofft. Denn der Konzern schreibt im Gasgeschäft hohe Verluste, weil die Preise im langfristigen Kontrakt mit Gazprom höher liegen als am sogenannten Spotmarkt. An der Mittelfristplanung und auch den Investitionen ändere sich aber nichts, sagte eine RWE-Sprecherin. Dazu passt es, dass RWE eine Kapitalerhöhung über 2,1 Milliarden Euro abschließen konnte. 

Eon scheiterte im Rennen um einen Einstieg beim portugiesischen Stromriesen EDP am chinesischen Wasserkraft-Erzeuger Three Gorges. Die Chinesen werden mit einem Kapitalanteil von 21,35 Prozent in Zukunft Hauptaktionär von EDP. Mit rund 2,7 Milliarden Euro hatten sie das höchste Gebot abgegeben.

Die Eon-Offerte lag nach Berichten von portugiesischen Fachmedien um rund 200 Millionen Euro niedriger. Nach Informationen führender Wirtschaftsblätter wie „Financial Times“ hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem Treffen mit dem portugiesischen Regierungschef Pedro Passos Coelho für die Eon-Offerte geworben.

Kommentare (1)

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marathon

22.12.2011, 22:02 Uhr

Ich bin Aktionär beider Firmen...fürchte aber mit den derzeitigen Firmenführungen wird im besten Fall nur mehr ein Verwalten von bestehenden möglich sein. Eine transparende Wachstumstrategie ist weit und breit nicht zu erkennen. Russland wird IMMER am längeren Hebel sitzen. Mit was sollen bitte die Piplines gefüllt werden...

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