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12.03.2004

15:52 Uhr

Gerangel um Kauf vor zwei Jahren

Schering muss möglicherweise Bayer entschädigen

Der Pharmakonzern Bayer hat Schering zufolge ein Schiedsverfahren wegen Streitigkeiten um den Kauf der Pflanzschutz-Sparte Crop-Science von dem Berliner Konzern eingeleitet. Dieses könnte zu erheblichen Entschädigungs-Zahlungen des Berliner Konzerns führen.

HB BERLIN. „Wir könnten erheblichen Schadensersatz in Verbindung mit dem Verkauf unserer Minderheitsbeteiligung an Aventis Crop-Science zu zahlen haben“, schrieb Schering in einer so genannten 20-F-Mitteilung an die US-Börsenaufsicht. Bayer Crop-Science hat demzufolge ein Schiedsverfahren wegen der Streitigkeiten eingeleitet. Darüber hinaus habe Bayer weitere Ansprüche angemeldet.

„Unsere Verpflichtungen in Zusammenhang mit diesen Forderungen und anderen künftigen Ansprüchen könnten erheblich sein“, heißt es in dem Schreiben, ohne dass Zahlen genannt werden. Als Streitpunkte nennt Schering Fragen der Produkthaftung, von Sozialbeiträgen und des Umweltschutzes. Die Schering-Aktie lag am Nachmittag in einem behaupteten Markt leicht im Minus.

Ein Schering-Sprecher sagte am Freitag, solche Streitigkeiten seien bei größeren Verkäufen üblich. Der Konzern habe deshalb bereits im Jahr 2002 Rückstellungen von 285 Millionen Euro gebildet, was bereits im damaligen Geschäftsbericht ausgewiesen sei. „Offen ist, ob die Ansprüche überhaupt begründet sind und wenn ja, in welcher Höhe“, fügte der Sprecher hinzu. Er machte zudem deutlich, dass es sich nicht um Auseinandersetzungen um den Kaufpreis handele. „Schering hat einen Fixpreis ausgehandelt.“ Bayer wollte sich nicht äußern.

Der Leverkusener Bayer-Konzern hatte vor gut zwei Jahren das Pflanzenschutzunternehmen Aventis Crop-Science für rund 7,25 Milliarden Euro gekauft. Schering erhielt für seinen Anteil von 24 Prozent an der Firma damals rund 1,5 Milliarden Euro. Nach langem Streit mit Aventis hatte Bayer den Kaufpreis für die Übernahme von Crop-Science zuletzt um 327 Millionen Euro heruntergehandelt.

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