Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.08.2012

16:09 Uhr

Gerichtsurteil

Fluglotsen-Gewerkschaft muss keinen Schadensersatz zahlen

Die Lufthansa, Air Berlin und Ryanair sind mit einer Klage gegen die Gewerkschaft gescheitert. Das Frankfurter Arbeitsgericht hat eine Schadenersatzforderung der Fluggesellschaften von 3,2 Millionen Euro abgewiesen.

Die Lufthansa ist mit einer Klage gegen die Gewerkschaft der Flugsicherung gescheitert. dpa

Die Lufthansa ist mit einer Klage gegen die Gewerkschaft der Flugsicherung gescheitert.

Frankfurt/MainFluglotsen müssen für ihre angedrohten Streiks keinen Schadensersatz an die Fluggesellschaften Lufthansa, Air Berlin und Ryanair zahlen. Das Arbeitsgericht Frankfurt wies am Donnerstag eine Millionenklage der Airlines gegen die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) ab. Denn der angekündigte Ausstand habe sich nicht gegen die Fluggesellschaften, sondern gegen den Tarifpartner der Lotsen, die Deutsche Flugsicherung (DFS), gerichtet.

Gdf-Sprecher Matthias Maas sagte nach dem Urteil: „Wir sind vollauf zufrieden. Wir fühlen uns in allem, was wir gesagt haben, bestätigt.“ Die Entscheidung sei aber auch erwartet worden. „Alles andere wäre ein massiver Eingriff ins Streikrecht gewesen.“ Ein Ende des Rechtsstreits ist allerdings nicht in Sicht. Klägeranwalt Thomas Ubber prüft bereits die Berufung. "Hier müssen grundsätzliche Fragen geklärt werden, weshalb die Sache bis vor das Bundesarbeitsgericht gehen wird." Der Gang durch die Instanzen dürfte zwei Jahre zu dauern.

Die Fluggesellschaften hatten von der Gewerkschaft 3,2 Millionen Euro Schadensersatz verlangt. Die GdF hatte im August 2011 während eines Arbeitskampfes bei der bundeseigenen DFS zweimal einen Streik ausgerufen. Zu dem Ausstand kam es aber nicht, weil in letzter Sekunde die Schlichtung angerufen wurde. Die Airlines begründeten ihre dennoch erhobenen Forderungen damit, dass allein wegen der Ankündigungen zahlreiche Kunden abgesprungen und Planungskosten entstanden seien.

Die größten Flughäfen der Welt

Platz 10

Dubai

Dubai International fertigte 2012 57,7 Millionen Passagiere ab, ein Plus von 13,2 Prozent. Die Staatsfluglinie Emirates will Dubai zum Weltdrehkreuz machen – und wirbt überall auf der Welt Passagiere von der Konkurrenz ab. Derzeit noch im Bau befindet sich der neue Flughafen Dubai. Der Dubai Al Maktoum International Airport soll der größte der Welt werden und wird bereits von Frachtflugmaschinen angeflogen.

Platz 9

Jakarta

Die indonesische Hauptstadt schafft ebenfalls den Sprung in die Top Ten. Der Flughafen Jakarta rückt in der aktuellen Rangliste um drei Plätze vor. Im Jahr 2012 verzeichnete Jakarta (CGK) einen Zuwachs an Passagieren von 12,1 Prozent. Insgesamt starteten und landeten 57,8 Millionen Fluggäste auf dem Flughafen der Millionenstadt.

Platz 8

Dallas/Fort Worth

Mit 58,6 Millionen Passagieren (plus 1,4 Prozent) noch größer ist wiederum ein US-Flughafen: Rang acht nimmt Dallas/Fort Worth ein, der internationale Flughafen zwischen den beiden texanischen Großstädten. DFW, der mit knapp 7.300 Hektar flächenmäßig zweitgrößte US-Airport nach Denver, ist mit seinen sieben Start- und Landebahnen das Hauptdrehkreuz der US-Fluglinie American Airlines.

Platz 7

Paris

Zurück nach Europa: Rang zwei auf dem Kontinent und Rang sieben weltweit nimmt Paris-Charles-de-Gaulle ein. Der nahe der Ortschaft Roissy-en-France gelegene Airport beförderte im Jahr 2012 61,6 Millionen Passagiere (plus 1,1 Prozent). Der Flughafen CDG ging erst 1974 in Betrieb, nachdem der andere Pariser Flughafen Orly zu klein geworden war.

Platz 6

Los Angeles

Die zweitgrößte Metropole der USA braucht auch einen angemessen großen Flughafen: Der Los Angeles International Airport (LAX) ist mit 63,7 Millionen Passagieren (plus 3,0 Prozent) der sechstgrößte Flughafen der Welt. Der Flughafen hat es sogar in die Pop-Welt geschafft: Der Song „L.A. International Airport“ machte die Countrysängerin Susan Raye in den 70er Jahren bekannt. Das Bild zeigt den neuen Tom Bradley International Terminal, der für 1,6 Milliarden Dollar gebaut wird.

Platz 5

Chicago

Hier steigt auch US-Präsident Barack Obama gerne mal ins Flugzeug. Chicago O'Hare (ORD) belegt in der Rangliste Rang fünf. Der Airport westlich der Metropole am Lake Michigan, wichtigster Hub für United und zweitwichtigster für American Airlines, fertigte im Jahr 2012 66,6 Millionen Passagiere ab (minus 0,1 Prozent). Benannt ist ORD nach dem Weltkrieg-II-Piloten Edward O'Hare.

Platz 4

Tokio

Blick aus dem Fenster im Anflug auf Tokio-Haneda (HND): Der Airport in Japans Hauptstadt wickelt eigentlich hauptsächlich Inlands- und Asienflüge ab, der interkontinentale Verkehr läuft über den Nachbarflughafen Narita. Dennoch bringt es Haneda mit 66,8 Millionen Passagieren auf den vierten Platz im internationalen Ranking. Das waren beachtliche 6,7 Prozent mehr als 2011. Im Vorjahr waren die Passagierzahlen durch das Reaktorunglück von Fukushima allerdings auch merklich zurückgegangen.

Platz 3

London

London kann seinen Treppchenplatz verteidigen: Mit 70 Millionen Passagieren (plus 0,9 Prozent) ist London-Heathrow (LHR) der größte Flughafen Europas. Der Airport im Westen Londons ist nur einer von mehreren in der Metropole: Weitere Passagiere verteilen sich auf Gatwick, Stansted, Luton und den City Airport. Für Aufsehen sorgte Heathrow im März 2008, als die ganze Welt über das Gepäck-Chaos im neuen Prestige-Terminal 5 lachte.

Platz 2

Peking

Der weltweit zweitgrößte Flughafen 2012 und angesichts der Wachstumsraten auf dem Weg zur Nummer eins ist Beijing Capital International Airport (PEK) in Chinas Hauptstadt: 81,9 Millionen Passagiere schleuste PEK durch - ein Plus von 4,1 Prozent. Dennoch hat der Airport noch einen großen Rückstand auf Rang eins.

Platz 1

Atlanta

Der Flughafen Hartsfield-Jackson Atlanta International (ATL) stellt größenmäßig alle anderen in den Schatten: 95,5 Millionen Passagiere stiegen im Jahr 2012 hier ein und aus (plus 3,3 Prozent). Die Größe erklärt sich vor allem dadurch, dass Atlanta als Hauptdrehkreuz einen klassischen Zwischenstopp für Inlandsflüge darstellt. Daneben bietet Atlanta aber auch die meisten Nonstop-Flüge weltweit an. Benannt wurde der Flughafen nach dem ehemaligen Bürgermeister William B. Hartsfield.

Die Kläger hatten vor Gericht unter anderem argumentiert, die Streikandrohungen seien rechtswidrig gewesen, sie hätten gegen Friedenspflichten verstoßen. Ein Streik sei auch nicht geeignet gewesen, der DFS zu schaden - wohl aber den Airlines.

Das Gericht hatte bereits in einem parallelen Fall aus Stuttgart zugunsten der Gewerkschaft entschieden und auf die zu schützende Tarifautonomie hingewiesen. Auch für einen weiteren GdF-Streik auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens im Februar dieses Jahres werden noch Schadensersatzklagen geprüft.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×