Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.10.2014

12:01 Uhr

Gerichtsurteil im Fall Teldafax

Bayer 04 muss Teldafax-Gläubigern Millionen zahlen

ExklusivFußball-Bundesligist Bayer 04 Leverkusen muss eine hohe finanzielle Belastung verkraften: Der Klub muss den Gläubigern des insolventen Billigstromanbieters Teldafax 16 Millionen Euro zahlen – plus Zinsen.

Der Stromanbieter Teldafax hatte im Herbst 2011 Insolvenz angemeldet. dpa

Der Stromanbieter Teldafax hatte im Herbst 2011 Insolvenz angemeldet.

KölnFußball-Bundesligist Bayer 04 Leverkusen muss nach Informationen des Handelsblatts den Gläubigern des insolventen Billigstromanbieters Teldafax 16 Millionen Euro zurückzahlen, die Bayer 04 in den Jahren 2009 bis 2011 von seinem damaligen Sponsor erhalten hat. Hinzu kommen Zinsen.

Insgesamt dürfte sich die Summe auf 18,5 Millionen Euro summieren. Dieses Urteil verkündete das Landgericht Köln am Mittwochmorgen, wie es in Kreisen der  Beteiligten hieß. Das Gericht selbst wollte sich noch nicht äußern. Mittlerweile ist das Urteil bestätigt worden.

Der Insolvenzverwalter von Teldafax, Biner Bähr, hatte Bayer 04 auf die Zahlung der Summe verklagt, weil die Manager des Bundesligisten schon frühzeitig von der Schieflage des Partners wussten und trotzdem weiter auf die Zahlungen bestanden.

„Wir sind enttäuscht und überrascht, dass die Vielzahl unserer Argumente und Tatsachen nicht berücksichtigt worden sind. Wir werden nun die Urteilsbegründung abwarten und dann prüfen, ob wir gegen diese Urteile in der nächsten Instanz Berufung einlegen werden“, erklärte Bayer 04-Geschäftsführer Michael Schade.

Teldafax hatte im Herbst 2011 Insolvenz angemeldet, war aber nach Auffassung Bährs schon seit 2009 pleite. Das Unternehmen hinterließ einen Schuldenberg von 500 Millionen Euro und 700.000 geschädigte Kunden. Damit war der Fall Teldafax gemessen an der Zahl der Gläubiger die größte Insolvenz in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Bähr konnte sich in dem Verfahren mit seinen kompletten Forderungen durchsetzen. Bayer 04 Leverkusen kann aber in Berufung gehen.

Den vollständigen Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe von Handelsblatt Live.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

22.10.2014, 12:28 Uhr

Merkwürdige Rechtsprechung. Von einer Anklage gegen die Verursacher der Insolvenz hört und sieht man nichts. Zahlungskräftige Dritte, die eine übliche, finanzielle Partnerschaft eingegangen sind und Werbegelder genommen haben, werden zu Mitwissern erklärt und sollen zahlen. Ob das Bestand in der Revision haben wird?
Hoffentlich werden bei Flexstrom endlich mal die Verursacher, die sich ebenso selbst bereichert haben, wie die bei Teldafax, richtig angegangen.

Herr Florian Mayer

22.10.2014, 12:57 Uhr

Das ist (leider) die Rechtslage. Den Prozeß hätte Bayer sich sparen können.

Herr Theo Gantenbein

22.10.2014, 13:45 Uhr

Das heißt z.B. wenn ich als Unternehmer Zweifel habe, dass mein Auftraggeber insolvent sein könnte, darf ich mich nicht ausbezahlen lassen?

Mit Bayer ist das doch das gleiche: Bayer hat seine Leistung erbracht und hat Anspruch auf die Bezahlung.

Ich habe zwar keine Sympathien für gut bezahlte Profifußballer, finde das aber nicht gerecht...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×