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09.06.2011

13:17 Uhr

Gerüchte

General Motors dementiert Opel-Verkauf nur halbherzig

Will General Motors die deutsche Tochter Opel verkaufen? Für GM nichts anderes als Spekulation. Ein hartes Dementi sieht allerdings anders aus. Wobei ein potenzieller Interessent schon einmal mit dem Kopf schüttelt.

GM ist auch an der Opel-Fabrik in Antwerpen stets präsent. Quelle: Reuters

GM ist auch an der Opel-Fabrik in Antwerpen stets präsent.

Frankfurt/DetroitDer US-Autokonzern General Motors hat zurückhaltend auf Medienberichte über einen möglichen Verkauf seiner Tochter Opel reagiert. „Bei diesen Berichten handelt es sich um reine Spekulation“, sagte ein GM-Sprecher am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Weiter wollte er das Thema nicht kommentieren.

„Auto Bild“ und „Spiegel“ hatten berichtet, dem krisengeschüttelten Autobauer Opel drohe erneut ein Verkauf. Die US-amerikanische Opel-Mutter General Motors (GM) zweifele an der Überlebensfähigkeit ihrer deutschen Tochter und prüfe konkret Pläne für eine Veräußerung, schreibt die „Auto Bild“ in ihrer am Freitag erscheinenden Ausgabe unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen in der Detroiter US-Konzernzentrale von GM. Auch nach einem Bericht des „Spiegel“ soll GM wieder bereit sein, Opel zu verkaufen.

Die unbestätigte Nachricht ist in Rüsselsheim wie eine Bombe eingeschlagen - und Opel versucht zu retten, was noch zu retten ist. Der neue Chef der deutschen GM-Tochter fackelt nicht lange. Kaum gehen die Berichte über einen neuerlichen Verkauf von Opel durch den Mutterkonzern General Motors über die Ticker, versucht Karl-Friedrich Stracke die Mitarbeiter zu beruhigen.

In einem internen Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt, nennt er die Medien-Informationen „reine Spekulation“. „Dies ist auch konzernweit so abgestimmt“, erklärt in dem Brief, der heute per Mail an die Mitarbeiter ging. „Ich frage mich, warum dieses Thema gerade jetzt aufkommt, wo Opel wieder auf der Erfolgsspur ist.“ Er werde sich nicht von den Spekulationen in der Presse beeinflussen lassen. Seine Bitte an die Mitarbeiter: “Bitte tun Sie das auch nicht.“ 

Der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel hat Berichte über einen möglichen Verkauf des Autobauers als „dummes Zeug“ bezeichnet. Einenkel sagte am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa, GM wäre sehr schlecht beraten, Opel abzugeben. „Ohne Opel hätten sie in Europa überhaupt keine Chance. Ich glaube, dass dort jemand den Namen Opel absichtlich beschädigen will.“

Einenkel sagte weiter: „Das, was hier gerade läuft, geht nicht spurlos an den Mitarbeitern vorbei. Die ersten haben schon gefragt, was an der Gesichte dran ist. Ich kann allen Opel-Mitarbeitern sagen, dass es sich hier um reine Spekulationen handelt und wir auch künftig mit General Motors gemeinsam gute Autos bauen werden.“

Erst Ende Mai hatten Werksleitung und Betriebsrat beim geplanten Abbau von 1800 Jobs im Bochumer Opel-Werk einen Kompromiss gefunden. Demnach wird die Personalverringerung voll umgesetzt, jedoch zeitlich gestreckt. Der Stellenabbau gehört zum europäischen Sanierungsprogramm des Mutterkonzerns General Motors (GM), mit dem 8000 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen.

Auch Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz nannte den Bericht gegenüber der Nachrichtenagentur dpa spekulativ.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

09.06.2011, 13:50 Uhr

Gepostet am 18.11.09 in AH-online:

"Viel wichtiger für die Opel-Zukunft ist die künftige Rolle Chevrolet-Rolle in EU, die billiger gegen Opel positioniert ist. Chevrolet kannibalisiert Opel, und ist eine maßgebliche Ursache für deren Marktanteilverluste. GM hat 2004/05, bei der Wandlung der Opel AG zu einer GmbH ohne Bilanzpflicht - salopp gesagt zu einem Profitcenter - Chevrolet als künftige Weltvolumenmarke ausgerufen. Dass die Amerikaner es ernst meinen, zeigt auch die beendete Sanierung von Daewoo/Chevrolet Korea, deren Schlusspunkt eine von GM geleisteten Kapitalerhöhung war. Ohne schnelle Opel-Gewinne und hohe Investitionen ins Modellprogramm, moderne DI-Motoren mit Effizienzfeatures, neue Getriebe u.a. DoKu, Marketing ist eine erfolgreiche Abgrenzung beider Marken in EU unrealistisch. Dazu bedarf es "on Top" zu dem Sanierungsaufwand die schon von unabhängigen Unternehmensberatungen genannten 5-6 Mia. € Zukunftsinvestitionen. Das Geld kann und wird GM nicht in einen EU- Opel-Markt mit stagnierendem Bedarf investieren. Solche Summen sind in Korea, China, Indien, Russland besser angelegt. Somit lautet meine Prognose: Chevrolet wird in wenigen Jahren Opel/Vauxhall als europäische GM-Volumenmarke ablösen bzw. ersetzen. Da ein Teil der Opel-Händler schon Chevrolet vermarktet, sehe ich für den Übergang keine Probleme. Denn so sind Garantieleistungen, Eratzteilversorgung und Service der Opel-Modelle weiter gesichert. Zumal die Chevys unterm Blech sowieso in vielen Teilen auf Opel-Technik basieren. Das Verwaltungs-Zentrum in Rüsselsheim wird dann als europäische GM-Chevrolet- Vertriebs-Zentrale fungieren." (Zitat Ende)
PS: Anscheinend dauert GM die Eigenabwicklung von Opel zu lange und wird zu teuer. Opel bleibt für jeden Käufer ein Sanierungsfall. Würde mich nicht wundern, wenn die deutsche Politik sich an VW wendet, das Problem "intern zu
lösen". Es finden sich sicher noch ein paar Reptileinfonds
in den Berliner Schreibtischschubladen.

Account gelöscht!

09.06.2011, 16:29 Uhr

Der Zeitpunkt ist doch recht Interessant an dem GM das stört
das Opel Verluste macht ! Die Qualität spielt dabei keine rolle !
Das Kaufmännische ist es !
Kurz nach dem Verkünden des Atomausstiegs , mit der Klarheit das Energie die Bilanzen des Unternehmens enorm verschlechtern wird .
In dem Wissen das ein Energieintensives Wirtschaftsunternehmen wie dieser Autobauer nicht mehr Konkurrenzfähig Arbeiten kann ist es unter diesem Gesichtspunkt kein wunder wenn der Mutterkonzern sein Kostspieliges Töchterchen abstoßen will !
Die Deutschen werke werden wohl keinen Käufer finden , die muss GM in kürzester Zeit zu machen !
Aber die paar ct mehr die wir an strom bezahlen müssen verkraften wir schon , scheinbar sind nicht alle ihrer Meinung .
Was aber zu erwarten war und auch in dieser Zeitung mehrfach kommentiert wurde !
Die Rechnung kommt immer hinterher !!!

Account gelöscht!

09.06.2011, 16:43 Uhr

Hallo Energieelite,

ich wollte Sie nur kurz fragen, wie Sie zur Atomenergie stehen.
Vielen Dank

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