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01.06.2012

07:21 Uhr

Geschäftsranking

Großbritannien führt Europa an

Britische Firmen steigern ihre Gewinne und Margen rasant: Sie profitieren von der geringen Abhängigkeit von Kontinentaleuropa, ihrem hohen Globalisierungsgrad und dien niedrigen Steuern auf der Insel.

Platz zwei des Rankings: Mineralöl-Konzern BP fuhr im vergangenen Jahr einen Gewinn von 19,1 Milliarden Euro ein. AFP

Platz zwei des Rankings: Mineralöl-Konzern BP fuhr im vergangenen Jahr einen Gewinn von 19,1 Milliarden Euro ein.

DüsseldorfDie Einführung des Euros im Jahr 1999 diente einem Ziel: Europa sollte politisch und wirtschaftlich zusammengeführt werden. 13 Jahre später ist der Kontinent wirtschaftlich tief gespalten.

Das zeigen nicht nur die unterschiedlichen Wachstumsraten, sondern auch die Ertragsentwicklung der Unternehmen. Dramatischen Gewinneinbußen von mehr als 30 Prozent in den rezessionsgeplagten Ländern Portugal, Italien, Griechenland und Spanien stehen Zuwächse von mehr als sechs Prozent in Deutschland gegenüber. Noch größer ist die Differenz, wenn man Länder außerhalb der Währungsunion wie Großbritannien (plus 40 Prozent) und Russland (plus 33 Prozent) berücksichtigt.

Mit 86 Firmen stellt Großbritannien mehr Unternehmen im Ranking der 500 umsatzstärksten Konzerne Europas als alle anderen. Zwar ist beim Zuwachs britischer Firmen zu berücksichtigen, dass der Ölkonzern BP den Schnitt verzerrt. Denn nach einem Nettoverlust von 2,8 Milliarden Euro im Jahr der Ölkatastrophe am Golf von Texas erzielte BP 2011 einen Gewinn von 19,1 Milliarden Euro. Doch auch ohne BP schafften die übrigen 85 Firmen einen Gewinnzuwachs von 15 Prozent.

Bemerkenswert ist die hohe Profitabilität der Briten. Mit jedem Euro Umsatz blieben den Firmen im Schnitt 10,7 Cent Reingewinn übrig. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Nettomarge um gut ein Viertel. Insgesamt sind die britischen Unternehmen im Schnitt mehr als doppelt so profitabel wie deutsche Firmen, deren Marge von 4,7 auf 4,5 Prozent sank.

Es gibt viele Gründe für den Erfolg. Mit BP, BHP Billiton oder Rio Tinto sind in Großbritannien einige Unternehmen der traditionell margenstarken Öl- und Bergbaubranche beheimatet. In Europas größtem Finanzplatz London haben etliche globale Konzerne, die in der ganzen Welt präsent sind, ihren Sitz, etwa die großen Bergbaukonzerne Xstrata und Anglo American oder der weltweit zweitgrößte Bierbrauer SAB Miller. Der britisch-südafrikanische Konzern machte Schwächen in Europa im abgelaufenen Jahr in Lateinamerika und Afrika mehr als wett. Der Umsatz stieg um zehn, der Nettogewinn um 30 Prozent.

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