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18.10.2013

15:58 Uhr

Geschäftszahlen

Konjunkturerholung gibt General Electric Rückenwind

Die Geschäfte General Electric laufen rund: Der Siemens-Rivale konnte seine Gewinne in sechs der sieben Industriesparten steigern. Nur eine Sparte des Konzerns schwächelt.

Das Logo von General Electric. Das Schrumpfen der Finanzsparte trübt die ansonsten erfreulichen Geschäftszahlen des Mischkonzerns. ap

Das Logo von General Electric. Das Schrumpfen der Finanzsparte trübt die ansonsten erfreulichen Geschäftszahlen des Mischkonzerns.

New YorkDie globale Konjunkturerholung schlägt sich bereits in den Büchern des Industrie-Giganten General Electric (GE) nieder. Der Siemens-Rivale konnte im vergangenen Vierteljahr den Gewinn in sechs seiner sieben Industriesparten steigern. Außerdem verfügt der weltgrößte Hersteller von Flugzeug-Motoren und Elektro-Turbinen nun über den größten Auftragsbestand seiner Geschichte - Bestellungen im Volumen von 229 Milliarden Dollar wollen abgearbeitet werden. Konzernchef Jeff Immelt sprach am Freitag von „sehr starken Ergebnissen in einem sich aufhellenden globalen Geschäftsumfeld“. Auch Börsianer zeigten sich angetan: Die Aktie zog vorbörslich um drei Prozent an.

Wegen der Verkleinerung seiner Finanzsparte und Währungseffekten verbuchte GE allerdings im dritten Quartal Rückgänge bei Gewinn und Umsatz. Der US-Konzern verdiente netto mit 3,19 Milliarden Dollar etwa acht Prozent weniger als vor einem Jahr und der Umsatz sank um 1,5 Prozent auf 35,7 Milliarden Dollar. Branchenexperten ließen sich jedoch davon nicht irritieren und lobten die Entwicklung des Unternehmens. „GE macht langsam aber sicher Fortschritte, und das ist gut so“, erklärte etwa Tim Ghriskey von der Vermögensverwaltung Solaris und verwies auf hohe Gewinnmargen im Industriegeschäft.

GE konzentriert sich derzeit stärker auf sein angestammtes Industriegeschäft und speckt deshalb im Finanz-Bereich ab. Erst in dieser Woche gab der Konzern bekannt, die Schweizer Tochter GE Money Bank Ende des Monats an die Börse in Zürich zu bringen und damit bis zu 1,05 Milliarden Franken (850 Millionen Euro) einzunehmen. Zu Beginn der Finanzkrise hatte GE bereits das Konsumentenkreditgeschäft in Deutschland und Österreich an die spanische Bank Santander verkauft. Ende August hatte die Nachrichtenagentur Reuters von Insidern erfahren, dass GE auch seinen Konsumfinanzierer in den USA veräußern will.

Im Gegensatz zu GE hatte Siemens zuletzt mit einer langen und teuren Pannenserie zu kämpfen: Der Netzanschluss von Offshore-Windparks verzögert sich ebenso wie eine ICE-Lieferung an die Deutsche Bahn. Auf Problem-Projekte musste der Vorstand immer wieder hohe Millionensummen abschreiben, der Einstieg in das Solargeschäft geriet zum Debakel. Anleger sind deshalb besonders gespannt auf die Pläne des neuen Konzernchefs Joe Kaeser. Siemens wird am 7. November die Zahlen für das Geschäftsjahr 2012/13 präsentieren.

Siemens hatte zuletzt für das gerade zu Ende gegangene Geschäftsjahr einen Gewinn aus den fortgeführten Bereichen von vier Milliarden Euro angepeilt. Doch Analysten ist der Wert angesichts von Gesamteinnahmen von über 70 Milliarden Euro zu gering. GE oder ABB wirtschafteten deutlich einträglicher, bemängeln sie. Die Schweizer ABB berichtet bereits am kommenden Donnerstag über das dritte Quartal.

Von

rtr

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