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23.10.2014

08:06 Uhr

Gesetz zu Frauenquote überarbeiten

Daimler-Betriebsrat legt sich mit Familienministerin an

Um die geplante Frauenquote zu erreichen, suchen Konzerne nach weiblichen Köpfen für ihren Aufsichtsrat. Daimlers Betriebsratschef hält die Quote für das Kontrollgremium doch für verfehlt und wendet sich an die Politik.

Das Gesetz zu Frauenquote sei in ihrer Wirkung nicht durchdacht, so Daimlers Betriebsratschef Michael Brecht. dpa

Das Gesetz zu Frauenquote sei in ihrer Wirkung nicht durchdacht, so Daimlers Betriebsratschef Michael Brecht.

StuttgartDaimlers Betriebsratschef Michael Brecht fordert in einem Brief an Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), das geplante Gesetz zur Frauenquote in Aufsichtsräten zu überarbeiten. In der konkreten Ausgestaltung der Regelung sehe er „erhebliche Probleme“, heißt es in einem Schreiben, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. „Sie ist aus unserer Sicht in ihrer Wirkung nicht durchdacht.“ Der Brief richtet sich neben Gabriel auch an Arbeitsministerin Andrea Nahles und Frauenministerin Manuela Schwesig (beide SPD). Brecht hat ihn zusammen mit seinem Stellvertreter Ergun Lümali unterzeichnet.

Die Bundesregierung will in Aufsichtsräten großer Unternehmen eine Frauenquote von 30 Prozent gesetzlich vorschreiben. Mehrere Unionspolitiker hatten zuletzt vorgeschlagen, die für 2016 geplante Quotenregelung als „Entlastungsmaßnahme“ für die Wirtschaft zu verschieben.

„Es wäre kein Dienst an der Mitbestimmung, wenn aufgrund der pauschalen 30-Prozent-Quote Frauen in den Aufsichtsrat einziehen würden, die diesen Rückhalt in der Belegschaft nicht haben“, schreibt Brecht, der bei dem Autobauer stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender ist. Der Frauenanteil der Arbeitnehmerseite im Daimler-Aufsichtsrat beträgt derzeit 20 Prozent.

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„Wir müssen Frauenförderung da betreiben, wo sie wirklich ankommt“, sagte Brecht der dpa. Gegen eine Frauenquote an sich sei er aber keineswegs. Wichtiger als die Quote für Aufsichtsräte sei es aber etwa, mehr Frauen für gewerblich-technische Berufe zu begeistern. Für den Frauenanteil bei den leitenden Führungskräften gibt es bei Daimler ohnehin einen festen Zielkorridor. Er soll bis 2020 bei 20 Prozent liegen und bis dahin jährlich steigen.

Auch beim geplanten Gesetz gegen Missbrauch von Werkverträgen sieht Brecht noch Luft nach oben, wie er der dpa sagte. Im Koalitionsvertrag sei nur von mehr Informationsrechten die Rede. Brecht: „Wir fordern, dass man nicht nur die Informationsrechte des Betriebsrats verstärkt, sondern auch die Mitbestimmungsrechte.“

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Peter Weber

23.10.2014, 08:29 Uhr

Es gibt genügend Frauen in Führungspositionen die eine Frauenquote für den größten Fehler halten! Damit haben sie Recht!

Wer nicht aus eigener Kraft in die Führungsebene gelangt, hat dort nichts verloren und würde dem Unternehmen nur Schaden zufügen. Auch dafür gibt es genug Beispiele!

Mit der Frauenquote werden letztendlich Führungspositionen nicht mit den besten Köpfen besetzt, sondern nur nach einer Quote. Damit ist ein Schaden für das jeweilige Unternehmen vorprogrammiert, insbesondere im internationalen Bereich, wo es solche Quoten nicht gibt.

An die Befürworter: Wären Sie Firmeninhaber, würden Sie die Führungspositionen Ihres Unternehmens anhand von Quoten vergeben und evtl. schlechter qualifizierte Frauen besser qualifizierten Männern nur auf Grund von Quoten vorziehen? Wenn Sie das tun würden, wären Sie nicht lange Firmeninhaber. Sie wären sehr schnell pleite und wären verantwortlich für Ihre ehemaligen Mitarbeiter die dann arbeitslos sind!

Herr J.-Fr. Pella

23.10.2014, 13:00 Uhr

Was die Frauenquote anrichten kann sehen wir bei den Politikerinnen und in den Behörden.

Da wendet sich der Gast mit Grausen......

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