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18.11.2013

06:40 Uhr

Gespräch mit dem Lanxess-Chef

„Wir müssen der Krise Innovationen entgegensetzen“

VonStefan Menzel

Der Chemie-Konzern Lanxess leidet unter der Krise seiner wichtigsten Kunden, der Autohersteller. Tausend Stellen baut Vorstandschef Axel Heitmann ab. Im Gespräch mit Handelsblatt Online verteidigt er seine Strategie.

Lanxess-Vorstandschef Axel Heitmann verteidigt seine Strategie. Die Autobranche bleibt der wichtigste Abnehmer. dpa

Lanxess-Vorstandschef Axel Heitmann verteidigt seine Strategie. Die Autobranche bleibt der wichtigste Abnehmer.

Herr Heitmann, vor wenigen Tagen haben Sie Ihre neuen Quartalszahlen vorgelegt. Magere elf Millionen Überschuss sind gerade noch geblieben. Was ist los bei Lanxess?

Wir erfüllen damit die Erwartungen des Marktes. Schon im September hatten wir eine entsprechende Tendenz angedeutet.

Den Ergebnisrückgang von 80 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr können Sie trotzdem nicht so einfach wegwischen. Geht es vielleicht etwas konkreter? Wo liegen Ihre Probleme?

Mit unseren Vor- und Zwischenprodukten sowie den Spezialchemikalien verdienen wir weiter gutes Geld. Ertragsmargen von 16 bis 18 Prozent sind für uns weiterhin der Standard, diese Geschäfte laufen also unverändert gut. Aber jetzt kommt der springende Punkt: Damit können wir nicht das ausgleichen, was sich gerade auf den Kautschukmärkten abspielt.

Das sind die größten Chemieunternehmen Deutschlands

Platz 10

Das Ranking der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen eröffnet Beiersdorf. Die Hamburger sind vor allem als Kosmetikhersteller mit Nivea und Co. bekannt. Umsatz 2012: 6,0 Milliarden Euro.

Platz 9

Die Lanxess AG ist ein Ableger von Bayer. Der Spezialchemie-Konzern machte 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Das reicht für den neunten Platz.

Platz 8

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt kommt auf Rang acht der Rangliste. 2012 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro.

Platz 7

Der Essener Konzern Evonik hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das reicht für Platz sieben.

Platz 6

Boehringer Ingelheim ist das zweitgrößte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland. Der Umsatz 2012: 14,7 Milliarden Euro.

Platz 5

Der Spezialgase-Spezialist Linde kommt auf den fünfte Rang der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen. 2012 lag der Umsatz bei 15,3 Milliarden Euro.

Platz 4

Henkel kommt auf den vierten Platz der Rangliste. Der Düsseldorfer Konzern ist vor allem bekannt für Persil-Waschmittel und Pritt-Kleber. Der Umsatz 2012: 16,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius ist einer der größten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Das Bad Homburger Unternehmen erzielte einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 2

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist die deutsche Nummer zwei. Der Umsatz 2012 betrug 39,8 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 1

BASF ist das weltweit größte Chemieunternehmen. Die Ludwigshafener haben im Jahr 2012 einen Umsatz von 78,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Da liegt also der Hase im Pfeffer, beim Kautschuk. Lanxess ist einer der weltweit größten Lieferanten für die Reifenindustrie. Könnte man also sagen, dass Ihr Konzern Opfer der gegenwärtigen Autokrise geworden ist?

Wir müssen die aktuelle Nachfrageschwäche bewältigen, das steht außer Frage. Lanxess wird dabei von zwei parallel verlaufenden Effekten getroffen. Zum einen gibt es die grundsätzliche Schwäche beim Neuwagenverkauf, das gilt vor allem für Europa. Zum zweiten geht bei Autos aus dem Bestand die Zahl der gefahrenen Kilometer zurück. Das beeinträchtigt das Ersatzreifengeschäft. Der Kunde spart also und lässt seinen Wagen häufiger stehen. Natürlich leiden wir darunter.

Warum bleiben Sie trotzdem gelassen?

Preisrückgänge beim Kautschuk von bis zu 20 Prozent sind alles andere als erfreulich, da haben Sie natürlich Recht. Wir gehen aber davon aus, dass diese Entwicklung zeitlich begrenzt  ist. Die historisch niedrigen Zulassungszahlen werden auch bald Geschichte sein. Wir glauben, dass der Tiefpunkt jetzt erreicht ist. Im kommenden Jahr sollte alles wieder besser sein.

Kommentare (8)

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Joker1

18.11.2013, 09:00 Uhr

Köpfe müssen rollen, geht wohl nicht anders?
Ist auch die leichteste aller Übungen, gell.
Der Knabe lallt und kanns wohl nicht besser; die alte
Methode, nach dem mcKinsey-Prinzip wa.

Freidenker

18.11.2013, 09:37 Uhr

Da es in dem Finanzkapitalismus nur noch ums Geld geht und nicht mehr um den Menschen, sollten noch viel mehr Menschen sich dem Konsum verweigern.

Ja rumheulen tun sie alle diese Konzerne. Dabei haben Sie ihre Steuern massiv von der Politik kürzen lassen bzw ihren horrenden Gewinn mittels Tochterunternehmen bestens verschleiert! Noch besser gleich den sitz ins Ausland verlegt.

Dann rennen die Heulsusen zur Politik, die ja den Kapitalismus erst möglich macht und lassen sich das vom schon zutiefst ausgebeuteten Arbeitnehmer finanzieren.

Diese Menschen kotzen einen nur noch an.

Wäret ihre Manager nicht alle so blöd und würdet eure Mitarbeiter so ausbeuten, euch selber die Taschen füllen, ginge es dem Konzern auch besser. Wobei diese ja immer noch Millionen Dank der Blödheit der Masse verdienen.

Uebersetzung

18.11.2013, 09:55 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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