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07.03.2011

15:17 Uhr

Gespräche laufen

Daimler und Rolls-Royce wollen Tognum übernehmen

Daimler und Rolls-Royce bilden eine strategische Allianz, um den Motorenbauer Tognum zu übernehmen. Die beiden Konzerne stehen kurz davor, jeweils 50 Prozent der Tognum-Anteile zu erwerben. Der Aktienkurs steigt rasant an.

Ein Tognum-Mitarbeiter baut einen Dieselmotor der Reihe 8000. Quelle: ap

Ein Tognum-Mitarbeiter baut einen Dieselmotor der Reihe 8000.

München Der Autokonzern Daimler und der Turbinenhersteller Rolls-Royce greifen nach der Macht beim Motorenbauer Tognum. Daimler bestätigte am Montag Gespräche mit Rolls-Royce sowie dem Management und Aufsichtsrat von Tognum, um zu gleichen Teilen gemeinsam die Mehrheit zu übernehmen. Aus Verhandlungskreisen verlautete, Daimler und Rolls-Royce wollten sich jeweils etwa die Hälfte des Unternehmen aus Friedrichshafen einverleiben und dafür einen satten Aufschlag auf den Börsenwert von 2,4 Milliarden Euro zahlen. Das Geschäft werde möglicherweise bereits in den kommenden Tagen unter Dach und Fach gebracht. Auch Tognum hat Übernahmeverhandlungen mit Daimler und Rolls-Royce bestätigt. Es habe erste Gespräche mit beiden Parteien gegeben, teilte der Friedrichshafener Konzern am Montag mit.

An der Börse schossen die im Nebenwerteindex MDax gelisteten Aktien von Tognum um gut 24 Prozent nach oben. In Finanzkreisen hieß es, die Unternehmen könnten einen Aufschlag von rund 30 Prozent auf den Wert der Tognum-Aktie vor Bekanntwerden der Übernahmeabsichten bezahlen. Ein Tognum-Investor nannte dies eine akzeptable Größenordnung.

Daimler hält bereits 28,4 Prozent an Tognum und will die Anteilsaufstockung den Kreisen zufolge bar bezahlen. Rolls-Royce wolle einen eigenen Geschäftsbereich ins Unternehmen einbringen.

Daimler-Aktien legten rund ein Prozent auf 48,60 Euro zu. Die Aktien von Tognum schossen zwar auf 23,00 Euro nach oben, waren damit aber immer noch einen Euro billiger als beim Börsengang 2007.

Daimler und Tognum sind seit Jahrzehnten verbunden: 1966 schlossen sich Mercedes-Benz Motorenbau und Maybach Motorenbau zusammen, 1969 entstand daraus die Firmengruppe MTU Friedrichshafen. Ende 2005 verkaufte Daimler MTU für rund 1,6 Milliarden Euro an den Finanzinvestor EQT, da die Stuttgarter notwendige Investitionen in neue Motorenbaureihen nicht mehr tätigen wollten. Nach dem Börsengang der in Tognum umfirmierten MTU-Gruppe 2007 stieg Daimler im April 2008 wieder bei Tognum ein und zahlte für zunächst 22,3 Prozent des Kapitals 585 Millionen Euro. Mittlerweile liegt der Daimler-Anteil oberhalb der Sperrminorität bei 28,4 Prozent.

Kommentare (2)

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Thomas-Melber-Stuttgart

07.03.2011, 15:48 Uhr

Tognum? War das nicht 'mal die MTU? Und gehörte die nicht zum Daimler?

Wolfi

07.03.2011, 16:42 Uhr

echt super, der Daimler Vorstand, leider wie immer in der Sparte Kapitalvernichtung

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