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11.01.2005

18:10 Uhr

Gespräche über Zusammenarbeit

Mitsubishi an Partnerschaft mit Peugeot interessiert

Der angeschlagene japanische Autohersteller Mitsubishi Motors prüft eine Zusammenarbeit mit dem französischen Automobilhersteller Peugeot. Einen Einstieg bei Mitsubishi schließen die Franzosen aber aus.

HB TOKIO/PARIS. Mitsubishi räumte am Dienstag erstmals Verhandlungen mit PSA Peugeot Citroen über eine engere Kooperation ein. Über Einzelheiten sei aber noch nicht entschieden, betonte ein Firmensprecher in Tokio. Nach Medienberichten hat sich Mitsubishi bereits mit den Franzosen über die Auftragsproduktion von rund 40 000 Fahrzeugen pro Jahr geeinigt. Der japanische Sender NHK berichtete, Mitsubishi werde unter der Marke Peugeot 30 000 neu entwickelte sportliche Geländewagen und 10 000 Transporter bauen.

PSA bestätigte Kontakte mit Mitsubishi, dementierte aber ebenfalls eine Entscheidung über jegliches Kooperationsprojekt. Ein Sprecher spielte die Gespräche herunter: „Wir haben Kontakt mit Mitsubishi, wie wir sie mit anderen globalen Autoherstellern haben.“ Ein Aktientausch stehe nicht auf der Agenda, betonte er.

Mitsubishi will Ende des Monats einen neuen Sanierungsplan vorstellen, nachdem der Absatz des Konzerns im vergangenen Jahr um 41 % gesunken war. Der Konzern will mit der Produktion von Fahrzeugen für andere Hersteller seine Auslastung erhöhen. Auch für den Konkurrenten Nissan will Mitsubishi Motors Kleinstwagen bauen. Analysten sagten aber, solche Kooperationen lösten die grundlegenden Probleme nicht. „Ein Zuliefervertrag für 40 000 Autos wird kaum das Geschäft eines Autoherstellers stützen, der weltweit im Jahr 1,3 Mill. Autos produziert“, sagte Shinya Naruse von Nomura Securities.

Um sein Werk in Normal im US-Bundesstaat Illinois besser auszulasten, will Mitsubishi von dort von 2006 an Limousinen des Modells „Galant“ nach Osteuropa und in den Nahen Osten liefern. „Es gibt definitiv Interesse in Osteuropa und den Golfstaaten“, sagte der neue Nordamerika-Chef von Mitsubishi, Rich Gilligan, am Rande der Autoschau in Detroit. Absatzziele nannte er nicht. Mitsubishi hatte die Kapazität in Normal bereits im vergangenen Jahr um 22 % auf 140 000 Fahrzeuge pro Jahr abgebaut und 1200 Stellen gestrichen.

Der Absatz von Mitsubishi in den USA war 2004 um 37 % auf 161 000 Fahrzeuge eingebrochen - die Hälfte dessen, was die Japaner dank großzügiger Kredite an die überwiegend junge Kundschaft noch vor zwei Jahren verkauften. Gilligan sagte, er erwarte dank dreier neuer Modelle 2005 steigende Absatzzahlen.

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