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03.05.2012

11:53 Uhr

Gesundheitskonzern

Kliniken sorgen für gute Stimmung bei Fresenius

Florierende Geschäfte mit Nachahmermedikamenten und in den Kliniken sorgen für gute Stimmung beim Gesundheitskonzern Fresenius. Das Konzernergebnis soll weiter steigen.

Blick auf den Eingang zur Konzern-Zentrale der Fresenius AG in Bad Homburg. dpa

Blick auf den Eingang zur Konzern-Zentrale der Fresenius AG in Bad Homburg.

FrankfurtDer weltgrößte Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) nimmt nach einem durchwachsenen Jahr 2011 wieder Fahrt auf. Im ersten Quartal kletterte der Gewinn deutlich - vor allem dank einer höheren Vergütung im größten Markt Amerika. „Wir haben das Jahr 2012 sehr erfolgreich begonnen“, sagte FMC-Chef Ben Lipps am Donnerstag. „Auf dieser Basis bestätigen wir unsere Prognose für das Gesamtjahr 2012 in vollem Umfang und erwarten erneut Bestwerte bei Umsatz und Ertrag.“
Die US-Krankenversicherung Medicare bezahlt für Dialysebehandlungen nun zwei Prozent mehr. Bei FMC stieg die durchschnittliche Vergütung pro Behandlung in den USA - eine der wichtigsten Kennzahlen in der Branche - im ersten Quartal auf 353 Dollar nach 348 Dollar im Vorjahreszeitraum. Parallel gingen die Kosten um zwei Dollar auf 286 Dollar zurück. Auch der Konkurrent DaVita fuhr von Januar bis Ende März deutlich mehr Gewinn ein.

Die Zahlen deuten darauf hin, dass FMC mit der Reform des US-Blutwäschemarktes immer besser zurechtkommt. Medicare rechnet Dialysebehandlungen seit 2011 pauschal ab - eine Umstellung, die FMC im vergangenen Jahr zu schaffen machte und dazu beitrug, dass der Konzern mit seinem Ergebnis 2011 hinter den Markterwartungen zurückblieb. „Das letzte Jahr war ein Übergangsjahr“, sagte Analyst Stefan Mühlbauer von Silvia Quandt Research. „Die Zahlen im ersten Quartal 2012 waren sehr solide und zeigen, dass FMC auf dem richtigen Weg ist.“ Das Management habe die Kosten gut im Griff. Experten gehen davon aus, dass FMC von der Umstellung mittelfristig sogar profitiert, da der Konzern im Gegensatz zu Konkurrenten alle Dienstleistungen und Dialyse-Produkte aus einer Hand anbietet.
An der Börse kamen die Zahlen gut an. FMC-Aktien legten 1,5 Prozent zu. Die ebenfalls im Dax notierten Papiere des Mutterkonzerns Fresenius gewannen über zwei Prozent und gehörten damit zu den größten Gewinnern im deutschen Leitindex.
FMC hatte wie die Konzernmutter Fresenius bereits in der vergangenen Woche Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Fresenius hatte dabei auch seine Ziele für 2012 angehoben. Mitverantwortlich dafür war das florierende Geschäft mit Nachahmermedikamenten in den USA. Dort brachte das Unternehmen aus Bad Homburg Anfang 2012 neue Produkte auf den Markt und profitierte zudem von den anhaltenden Lieferengpässen der Konkurrenz, unter anderem beim Narkosemittel Propofol.

Fresenius ist in den vergangenen Jahren durch Übernahmen zu einem globalen Firmen-Konglomerat mit mehr als 160.000 Mitarbeitern gewachsen. Durch die Anfang 2012 abgeschlossenen Zukäufe des US-Dialysekonzerns Liberty Dialysis und der norddeutschen Klinikkette Damp stieg allerdings auch die Verschuldung des hessischen Konzerns. Ende März betrugen die Nettofinanzverbindlichkeiten 10,6 Milliarden Euro nach 9,2 Milliarden Euro Ende vergangenen Jahres.
Auch 2012 will Fresenius auf Einkaufstour gehen und hat vergangene Woche ein 3,2 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot für den Konkurrenten Rhön-Klinikum angekündigt. Die genauen Angebotsunterlagen will Fresenius in der zweiten Mai-Hälfte vorlegen. Sollte der Kauf gelingen, würde der Verschuldungsgrad - das Verhältnis von Nettofinanzverbindlichkeiten zum Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) - nach Angaben von Fresenius auf 3 bis 3,5 steigen. Damit wäre der Konzern höher verschuldet, als er es sich in normalen Zeiten vorgenommen hat. Das soll allerdings kein Dauerzustand sein. Bereits 2013 soll der Verschuldungsgrad wieder im langjährigen Zielkorridor von 2,5 bis 3 liegen, Ende März betrug er 3,01.

Von

rtr

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