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04.05.2011

13:13 Uhr

Gesundheitssparte

Bayer ist erstmals bereit für Fusion unter Gleichen

Der Bayer-Konzern will offenbar im Gesundheitsbereich wachsen. „Wir würden möglicherweise eine Fusion unter Gleichen im HealthCare-Bereich in Betracht ziehen“, so der Chef des Traditionskonzerns, Marijn Dekkers.

Bayer setzt laut Vorstand auf Diversifikation. Quelle: dpa

Bayer setzt laut Vorstand auf Diversifikation.

FrankfurtDer Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern Bayer zeigt sich für seine Gesundheitssparte erstmals offen für eine Fusion unter Gleichen. „Wir würden möglicherweise eine Fusion unter Gleichen im HealthCare-Bereich in Betracht ziehen“, sagte der Chef des Traditionskonzerns, Marijn Dekkers in einem Interview mit dem Fernsehsender Bloomberg TV. Keine Sparte des Konzerns stehe aber unter Druck, Transaktionen zu machen. „Denn unser Hauptfokus in den nächsten Jahren liegt auf organischem Wachstum“, sagte der gebürtige Niederländer, der den Konzern seit Oktober leitet.

Bayer kommt in seiner Gesundheitssparte Healthcare momentan auf einen Jahresumsatz von 16,9 Milliarden Euro. Zu den Arzneimittelherstellern in den USA, die etwa gleich groß sind wie Bayer im Gesundheitsbereich, zählen die US-Konzerne Eli Lilly und Bristol-Myers Squibb. Eli Lilly kam zuletzt auf Jahresumsätze von 23,08 Milliarden Dollar (umgerechnet 15,5 Milliarden Euro), Bristol-Myers auf 19,5 Milliarden Dollar (13,1 Milliarden Euro.)

An der Börse lag die Bayer-Aktie am Mittwoch 0,48 Prozent im Minus bei 58,27 Euro. Der Leitindex Dax gab 0,35 Prozent nach. Die Analysten von Kepler Capital Markets wiesen darauf hin, dass Bayer eine relativ gute Pipeline an neuen Medikamenten in der späten Entwicklung besitze und auch keine großen Patentabläufe ins Haus stünden. Dagegen hätten Lilly und Bristol-Myers ernsthafte Patentprobleme. Deren Bewertungen müssten daher viel niedriger sein als die der Bayer-Gesundheitssparte. „Außerdem erscheint es schwierig, wie eine solche Fusion unter Gleichen für nur einen Teilkonzern eines Konglomerats wie Bayer strukturiert werden müsste“, kommentierten die Analysten.

Dekkers sagte dem Fernsehsender, falls Bayer Interesse an Übernahmen habe, dann in der Gesundheitssparte Healthcare sowie in der Agrochemiesparte CropScience und dort vor allem im Bereich BioScience. Das sollten Unternehmen sein, die Bayer beim Thema Innovationen helfen könnten. In der Sparte Bioscience ist bei Bayer unter anderem das Geschäft mit Pflanzengentechnik und Saatgut angesiedelt.

Zu Großübernahmen sagte Dekkers: „Das hängt alles vom Preis ab.“ Wenn ein Unternehmen für ein anderes eine hohe Prämie zahlen müsse, werde es schwer, diesen Aufschlag für die Aktionäre wieder zurückzuholen.

Die Idee, Teilkonzerne von Bayer zu verkaufen, um eine größere Übernahme in der Gesundheitssparte zu finanzieren bezeichnete der Bayer-Chef erneut als eine sehr extreme Option. „Aber es gibt momentan keine Pläne, so etwas zu machen“, fügte er hinzu. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Spekulationen gegeben, Bayer könnte seine Kunststoffsparte MaterialScience verkaufen, um eine große Übernahme im Pharmageschäft zu stemmen.

Die breite Aufstellung von Bayer in seiner Gesundheitsparte mit den unterschiedlichen Segmenten Pharma und rezeptfreie Gesundheitsprodukte und dazu die weiteren Teilkonzerne MaterialScience und CropScience sieht der Vorstandschef positiv. „Wir mögen Diversifizierung bei Bayer.“

Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer hatte unlängst angekündigt zu prüfen, ob Sparten wie die rezeptfreien Gesundheitsprodukte oder die Tiermedizin verkauft werden sollen, um sich noch stärker auf das Kerngeschäft mit verschreibungspflichtigen Arzneien zu konzentrieren.

 

Von

rtr

Kommentare (1)

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peter

05.05.2011, 23:16 Uhr

Der Hr. Dekkers sieht nur noch den Profit für die Aktionäre.
Die fleißigen Mitarbeier ( u.a. ehemals Schering) bleiben dabei auf der Strecke. Ständige Umstrukturierungen bremsen die Motivationen. Ausgliederung, Outsourcing in andere Firmen mit sozialem Abstieg sind das Tagesthema.
Stellenabbau bei Bayer Business Services und anderen Teilkonzernen stehen momentan an.
Aber Dividende gestiegen.
Und irgendwann geht Hr. Dekkers mit Millionen in der Tasche, er hat ja keine Beziehung zu Bayer, geschweige denn zu ehemals Schering, er ist nur ein skrupelloser Manager.

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