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30.04.2015

13:00 Uhr

Getränke-Abfüllanlagen

Krones schreibt Gewinn – aber nicht in Deutschland

Der Konkurrenzkampf im Getränkeabfüllgeschäft wird immer härter. Das bekommt auch Krones zu spüren. Zwar steigt der Gewinn im ersten Quartal, doch das Geld verdient der Konzern nicht in Deutschland.

Der Getränkeabfüllkonzern Krones verdient in Deutschland kaum noch Geld. Die Profite kommen vor allem aus den Schwellenländern. dpa

Krones

Der Getränkeabfüllkonzern Krones verdient in Deutschland kaum noch Geld. Die Profite kommen vor allem aus den Schwellenländern.

MünchenNach Jahren des Preiskampfes in der Branche rechnet der Getränke-Abfüllanlagenbauer Krones nicht mehr mit Besserung. „Das bleibt so“, sagte Finanzchef Christoph Klenk am Donnerstag bei der Vorlage der Quartalszahlen in München. Der Preisdruck komme durch die Wettbewerber und durch gut organisierte Kunden – vor allem Getränkehersteller – mit hoher Einkaufsmacht. Bei einzelnen Maschinen sei die Situation noch etwas besser als bei Großprojekten zum Bau kompletter Getränkefabriken, weil die Risiken leichter einschätzbar seien. Klenk, der 2016 den Posten des Vorstandschefs übernimmt, sagte, Krones setze beim geplanten Wachstum nicht auf steigende Preise, sondern auf neue Lieferanten, mehr Materialeinkauf außerhalb Deutschlands und interne Verbesserungen.

Das 2011 gestartete Spar- und Effizienzprogramm zahlt sich dem Konzern zufolge jetzt zunehmend aus. Im ersten Quartal kletterte der Gewinn vor Steuern um 16,5 Prozent auf 50,2 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um gut fünf Prozent auf 739 Millionen Euro. 2015 soll er, wie Vorstandschef Volker Kronseder sagte, „unterm Strich stärker wachsen als der Gesamtmarkt“, für den ein Plus von vier Prozent erwartet wird.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 11 – Stihl

Umsatz in 2013: 2,81 Milliarden Euro

Stihl ist ein schwäbisches Familienunternehmen mit Hauptsitz in Waiblingen-Neustadt, tätig in über 160 Ländern. Stihl entwickelt, fertigt und vertreibt motorbetriebene Geräte für die Forstwirtschaft, Landschaftspflege und die Bauwirtschaft.

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2013: 3,35 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2013: 3,5 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2014: 3,75 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Gea

Umsatz 2014: 4,52 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2014: 4,68 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion-Gruppe wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 - Knorr Bremse

Umsatz 2014: 5,2 Milliarden Euro

Das Unternehmen aus München ist der weltweit führende Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge. gegründet wurde es 1905 in Berlin.

Platz 4 – Voith

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14: 5,35 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 3 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2014: 6,27 Milliarden Euro (nur Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2014: 17,05 Milliarden Euro

Die Linde-Gruppe sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14: 17,06 Milliarden Euro (nur Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Wachstumstreiber seien nach wie vor Entwicklungs- und Schwellenländer, wo immer mehr Menschen in die Mittelschicht aufstiegen und dann abgepackte Getränke und Lebensmittel kauften. Der Konzern aus Neutraubling bei Regensburg erzielt rund 60 Prozent seiner Erlöse in aufstrebenden Regionen der Welt. Das stärkste Wachstum wiesen zuletzt Afrika, Arabien und die Region Asien/Pazifik auf, dort vor allem China. Auch wenn das Geschäft in der Volksrepublik in den nächsten ein bis zwei Jahren eher stagniere, bleibe es mittel- und langfristig eines der wichtigsten Ländern für Krones, erläuterte Klenk. Allerdings sind auch in China lokale Wettbewerber stark vertreten.

In Europa und Nordamerika wachse der Getränkekonsum und damit der Bedarf an neuen Anlagen zum Brauen und Abfüllen dagegen kaum. Dort sieht Krones eher Chancen durch immer neue Verpackungen, die künftig mit einfacheren Verfahren direkt bedruckt werden können. In Russland, wo das Geschäft der Oberpfälzer bislang kaum von der Krise beeinflusst worden war, erwartet das Unternehmen jetzt kräftigere Einbußen.

Von

rtr

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