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12.12.2013

20:05 Uhr

Getrennte Wege

GM verkauft Beteiligung an Peugeot

Die Kooperation bei Kleinwagen ist beendet, nun will General Motors auch die finanziellen Bande mit Peugeot/Citroën auflösen. Eine Beteiligung soll verkauft werden. Der Weg für einen chinesischen Investor wäre frei.

Das Ende einer Affäre: General Motors verkauft die Anteile am französischen Autobauer PSA. Reuters

Das Ende einer Affäre: General Motors verkauft die Anteile am französischen Autobauer PSA.

Detroit/ParisGeneral Motors will komplett beim französischen Autobauer PSA Peugeot Citroen aussteigen. Der Anteil in Höhe von sieben Prozent werde an institutionelle Anleger verkauft, teilte der Opel-Mutterkonzern am Donnerstag mit. Insgesamt würden 24,8 Millionen Anteilsscheine auf den Markt gebracht. Peugeot verhandelt derzeit mit dem chinesischen Staatskonzern Dongfeng über einen Einstieg. Gleichzeitig hat der angeschlagene Autobauer PSA Peugeot Citroën erstmals Pläne für eine mögliche Kapitalerhöhung bestätigt.

Die strategische Allianz zwischen GM und Peugeot bleibt trotz des Verkaufs bestehen, wie GM mitteilte. Der Opel-Mutterkonzern war 2012 zum Start der Zusammenarbeit bei PSA eingestiegen. GM-Vize Steve Girsky sagte, der Autobauer habe PSA damals unterstützt, um frisches Kapital einzusammeln. Diese Unterstützung sei nun nicht länger notwendig. Den Franzosen brachte die Kooperation deutlich weniger Einsparungen als zunächst erhofft.

Die zehn größten Autohersteller Europas

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,35 Millionen (-2,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,43 Millionen (- 2,0 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,56 Millionen (+5,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,62 Millionen (- 8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,64 Millionen (+ 0,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,75 Millionen (-4,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,8 Millionen (- 5,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 0,89 Millionen (+1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,11 Millionen (-10,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,49 Millionen (-2,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Zuvor hatte die Opel-Mutter General Motors bereits angekündigt, die Pläne für eine Zusammenarbeit bei Kleinwagen aufzugeben. Auch die Kooperation bei kleinen Benzinmotoren werde nicht weitergeführt. Durch die gestrichene gemeinsame Plattform-Entwicklung werden auch die Synergie-Erwartungen deutlich gekappt. Statt mit ursprünglich jährlich zwei Milliarden US-Dollar rechnen die Konzerne nur noch mit insgesamt 1,2 Milliarden Dollar von 2018 an - 40 Prozent weniger als zuvor.

Neben der Verkaufsankündigung für seine PSA-Anteile Außerdem hat sich GM bereits von den restlichen Anteilen an der Ex-Finanztochter Ally getrennt. Der Autobauer verkaufte die 8,5-prozentige Beteiligung für 900 Millionen Dollar. Dies werde den Gewinn im vierten Quartal um 500 Millionen Dollar (363 Mio. Euro) nach oben treiben, teilte GM am Donnerstag in Detroit mit. Ally, früher als GMAC bekannt, war ursprünglich die Finanzierungssparte von GM. Das Finanzunternehmen ist seit der Finanz- und Wirtschaftskrise verstaatlicht.

Einem Bericht von Mittwoch zufolge will Opel ein neues, besonders günstiges Einstiegsmodell auf den Markt bringen. Derzeit werde im Entwicklungszentrum in Rüsselsheim an einem Kleinwagen unterhalb der Modelle Corsa und Adam gearbeitet, berichtet die Zeitschrift „Auto, Motor und Sport“ unter Berufung auf Opel-Kreise. GM hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, die Marke Chevrolet Ende 2015 aus Europa zurückzuziehen. Dadurch eröffnen sich für Opel vor allem im Kleinwagen-Bereich neue Perspektiven.

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