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26.01.2015

18:43 Uhr

Gewerkschaft will mehr

Metall-Arbeitgeber bieten 2,2 Prozent

Im traditionellen Pilottarifbezirk Baden-Württemberg gehen die Metall-Arbeitgeber aus der Deckung und legen ein Angebot vor. Doch die Gewerkschaft lehnt die Offerte ab. Es drohen Warnstreiks.

Ein Mitarbeiter einer Nickelhütte: Metallarbeiter fordern mehr Lohn. dpa

Ein Mitarbeiter einer Nickelhütte: Metallarbeiter fordern mehr Lohn.

LudwigsburgTrotz eines ersten Angebots der Metall-Arbeitgeber haben sich die Fronten zum Auftakt der zweiten Tarifrunde in der Schlüsselbranche verhärtet. Zwar legte der Verband Südwestmetall bei den Gesprächen am Montag in Ludwigsburg bei Stuttgart ein Angebot von 2,2 Prozent mehr Lohn vor.

Die IG Metall wies die Offerte allerdings umgehend als unzureichend zurück. Südwestmetall müsse „deutlich nachlegen“, sagte IG Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger. Nach Ablauf der Friedenspflicht an diesem Mittwoch um Mitternacht müssten die Arbeitgeber mit massiven Warnstreiks rechnen.

Die Gewerkschaft verlangt für die 3,7 Millionen Beschäftigten 5,5 Prozent mehr Lohn, einen erweiterten Zugang zur Altersteilzeit und eine vom Arbeitgeber bezuschusste Weiterbildung. Die Arbeitgeber erklärten dagegen, eine stärkere Anhebung sei angesichts des aktuellen Konjunkturverlaufs und der Entwicklung der vergangenen Jahre nicht angemessen.

Der Vorschlag der Arbeitgeber sieht eine Erhöhung nach zwei Nullmonaten ab 1. März vor. Das Gesamtplus für das Kalenderjahr beziffern die Arbeitgeber auf 2,53 Prozent, weil die Laufzeit des neuen Tarifvertrages am 31. Dezember 2015 enden soll und noch zurückliegende Tariferhöhungen in das laufende Jahr hineinwirken.

Die Arbeitgeber im Südwesten gehen anhand einer Konjunkturumfrage bei den Mitgliedsbetrieben eher von einer verhaltenen Entwicklung für 2015 aus, die bei einem zu hohen Tarifabschluss die Risiken der Verlagerung von Produktion und des Beschäftigungsabbaus berge.

Die Zugänge zur Altersteilzeit will Südwestmetall beschneiden: Statt wie bisher vier Prozent der Belegschaft sollen künftig nur noch zwei Prozent der Belegschaft einen tariflichen Anspruch auf einen vorgezogenen Ruhestand haben.

Darunter sollen solche Arbeitnehmer fallen, die über Jahre im Schicht-Betrieb tätig waren. Die Arbeitgeber argumentieren, die Rente mit 63 habe unerwartet viel Zuspruch, und einen weiteren Aderlass von Fachkräften könnten die Betriebe nicht bewältigen.

Die IG Metall dagegen will den Zugang erweitern - etwa auch für Angestellte, die zeitlich eng getaktete Projektarbeit leisten. Die Arbeitnehmer sollten in „aufrechtem Gang und nicht kriechend“ aus dem Arbeitsleben ausscheiden können, meinte Zitzelsberger.

Kommentare (1)

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Herr J.-Fr. Pella

27.01.2015, 10:33 Uhr

2,2% mehr Gehalt als B R U T T O Erhöhung.
Ist doch in Ordnung, Hauptsache die Inhaber, Hauptgesellschafter usw. bekommen weiterhin 14 - 16% mehr.
Wie kann die Gewerkschaft nur so unverschämt sein?

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