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25.01.2012

20:14 Uhr

Gewerkschaften kritisch

Angebot der Lufthansa ist zu niedrig

Nach der zweiten Runde in den Tarifverhandlungen hält Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle das Angebot der Lufthansa für inakzeptabel. Das Unternehmen bezeichnete seine Offerte jedoch als „final“.

Die Gewerkschaften wollen für das Boden- und Kabinenpersonal der Lufthansa Gehaltssteigerungen durchsetzen. dapd

Die Gewerkschaften wollen für das Boden- und Kabinenpersonal der Lufthansa Gehaltssteigerungen durchsetzen.

Mörfelden-WalldorfBei den Tarifverhandlungen für die rund 50.000 Lufthansa-Beschäftigten am Boden und in der Kabine bleiben die Fronten hart. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) gingen am Mittwoch nach der zweiten Verhandlungsrunde kritisch mit einem Angebot der Arbeitgeber ins Gericht, das eine Erhöhung der Gehälter um 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von 13 Monaten vorsieht. Dies sei nach erster Einschätzung nicht ausreichend, teilte Verdi mit. Die Arbeitgeber hingegen hätten ihr Angebot als „final“ bezeichnet.

Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle ging laut Mitteilung davon aus, dass die am Donnerstag tagende Verdi-Tarifkommission der Arbeitgeber-Offerte nicht zustimmen wird. „Das Angebot ist angesichts von zwei Nullrunden zu niedrig und damit nicht akzeptabel“, sagte sie. „Lufthansa ist kein Sanierungsfall, sondern möchte auf dem Rücken von Beschäftigten ins Unternehmen investieren.“ Das sei den Beschäftigten, die für Gewinne sorgten, nicht zuzumuten.

Die Gewerkschaften Verdi und UFO treten in einer Tarifgemeinschaft auf. Sie waren mit einer Forderung nach 6,1 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten angetreten. Die Lufthansa hatte bereits in der ersten Verhandlungsrunde ein Angebot vorgelegt, das 3,3 Prozent auf 15 Monate vorsieht. Das Unternehmen hat dies allerdings von einer Lösung der Strukturprobleme bei der Catering-Gesellschaft LSG und in der Kabine abhängig gemacht.

Im Hintergrund steht das neue Sparprogramm der Lufthansa mit einem Umfang von 1,5 Milliarden Euro, das gerade entworfen wird. Lufthansa-Chef Christoph Franz hatte wiederholt Beiträge der Belegschaft eingefordert, um Europas größte Fluggesellschaft auf Kurs zu halten. Umstritten ist unter anderem der geplante Einsatz von Fremdpersonal in Lufthansa-Flugzeugen vom neuen Hauptstadtflughafen in Berlin. Nach Ansicht der Gewerkschaften würde dies gegen geltendes Tarifrecht verstoßen.

Von

dpa

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