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22.10.2012

15:22 Uhr

Gewerkschafter

Ford will offenbar Werk in Belgien schließen

Gewerkschaften erwarten das mögliche Ende des Ford-Werks im belgischen Genk. Ein Krisentreffen sei am Mittwoch geplant, gerechnet werde „mit sehr ernsten Ankündigungen“. Ford will dies weder dementieren noch bestätigen.

Ford-Arbeiter am Werk in Genk: 4300 Jobs stehen auf dem Spiel. Reuters

Ford-Arbeiter am Werk in Genk: 4300 Jobs stehen auf dem Spiel.

Brüssel, ParisBei Ford verdichten sich Gewerkschaftskreisen zufolge die Anzeichen für die bevorstehende Schließung des Werks im belgischen Genk: Der US-Autohersteller habe die Gewerkschaften für Mittwoch zu einem Krisentreffen in dem Werk eingeladen, berichteten Vertreter der drei belgischen Arbeitnehmerorganisationen am Montag. „Wir rechnen mit einer sehr ernsten Ankündigung“, hieß es bei der Gewerkschaft ABVV Metaal. Ein Ford-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. Mit den Plänen des US-Konzerns vertraute Personen sagten, Ford sei zur Schließung des Werks im ostbelgischen Genk mit 4300 Arbeitern bereit. Dort laufen die Modelle Mondeo, Galaxy und S-Max vom Band.

Die Kölner Ford-Werke, zu deren Verantwortungsbereich die Fabrik gehört, wollten die Informationen weder bestätigen noch dementieren. Über ein bevorstehendes Aus von Genk wird seit Monaten spekuliert. Grund dafür war zunächst, dass Ford den Produktionsanlauf für den neuen Mondeo verschob. Als Ford jüngst den Produktionsbeginn für nächsten Oktober anpeilte, ließen die Befürchtungen auf Arbeitnehmerseite zunächst nach. Dies sei jedoch ein Trugschluss, warnten Insider nun. Die Ankündigung eines Termins bedeute keinesfalls, dass Genk gerettet sei, sagte eine mit den Unternehmensplänen vertraute Person. Ford könnte den Mittelklassewagen auch anderswo bauen.

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Ford leidet wie alle Massenhersteller darunter, dass wegen der hohen Arbeitslosigkeit in Westeuropa kaum noch Autos verkauft werden. Medien vermuten bereits seit geraumer Zeit, dass Genk vor dem Aus sehen könnte, weil in der Fabrik vornehmlich der Mondeo montiert wird. Spekuliert wird, das in den USA gebaute Schwestermodell Fusion könnte künftig nach Europa geliefert werden. Ford-Werke-Chef Bernhard Mattes hatte die Zukunft von Genk im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters Ende September am Rande des Pariser Autosalons offen gelassen.

Die Werke der meisten europäischen Hersteller sind kaum ausgelastet, was die Kosten emporschnellen lässt. Ford erwartet deswegen für dieses Jahr einen hohen Verlust im Europageschäft und will mehrere hundert Stellen streichen. Der angeschlagene französische Autobauer Peugeot will sogar 8000 Arbeitsplätze abbauen und sein Werk in Aulnay nahe Paris dichtmachen. Die ebenfalls kriselnde GM-Tochter Opel verhandelt derzeit mit den Arbeitnehmern über Einschnitte; die Fabrik in Bochum gilt als gefährdet.

Von

rtr

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