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22.02.2017

11:22 Uhr

Gewinn bricht ein

Der A400M zieht Airbus zu Boden

Der Dauerärger mit dem Militärtransporter A400M hat Airbus das Jahresergebnis verhagelt. Der Flugzeugbauer muss 2,2 Milliarden Euro auf den Pannenflieger abschreiben. Der Gewinn sackt deswegen ab.

Allein 2,2 Milliarden an Belastungen aus dem Programm A400M verbuchte der Flugzeugbauer im abgelaufenen Jahr. Reuters, Sascha Rheker

A400M

Allein 2,2 Milliarden an Belastungen aus dem Programm A400M verbuchte der Flugzeugbauer im abgelaufenen Jahr.

ToulouseDie stetigen Probleme mit dem Militärtransporter A400M haben den Gewinn des Flugzeugkonzerns Airbus im vergangenen Jahr deutlich absacken lassen. Trotz brummender Geschäfte mit Passagierfliegern brach der Überschuss auf knapp eine Milliarde von 2,7 Milliarden im Vorjahr ein, wie die Toulouser am Mittwoch mitteilten. Der Umsatz legte dank eines Rekordabsatzes von Linienmaschinen um drei Milliarden auf 67 Milliarden Euro zu.

Airbus verbuchte im vergangenen Jahr Belastungen von 2,2 Milliarden Euro für das schon lange von Problemen geplagte A400M-Programm – unter anderem wegen Schwierigkeiten bei den Triebwerken. Wegen der neuen Milliardenkosten forderte Airbus-Chef Tom Enders weitere Zugeständnisse Deutschlands und der übrigen Käuferstaaten. „Wir müssen die Blutung stoppen und Risiken aus dem Programm nehmen“, sagte er am Mittwoch bei einer Telefonkonferenz. Die Kunden sollten Airbus unter anderem bei Entschädigungsforderungen für Verzögerungen entgegenkommen.

Gelöst sind die Probleme mit dem Transportflugzeug noch nicht. „Die Risikoreduktion in diesem Programm und die Stärkung der Programmdurchführung haben für uns bei diesem Flugzeug im Jahr 2017 höchste Priorität“, sagte Enders.

Airbus betonte, es gehe bei den gewünschten Neuverhandlungen mit den Kunden nicht um Zuschüsse. „Wir sind nicht zurück im Jahr 2009“, meinte Enders. Damals hatten die Käuferstaaten das A400M-Projekt mit einer Milliarden-Finanzspritze vor dem Aus gerettet. Die Auslieferung der bestellten Maschinen hatte sich immer wieder verzögert, deshalb halten Käufer Zahlungen zurück oder fordern wie Deutschland Schadenersatz.

Die Aktionäre sollen von diesen Problemen nichts zu spüren bekommen. Airbus-Chef Enders will die Dividende um fünf Cent auf 1,35 Euro je Aktie anheben. Finanzchef Harald Wilhelm räumte ein, dass die Ausschüttung angesichts des Gewinneinbruchs ziemlich hoch ausfällt. Er begründete die Höhe mit der „zugrundeliegenden Entwicklung“ des Konzerns im abgelaufenen Jahr – also ohne teure Sonderbelastungen wie die A400M.

Kommentare (18)

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Account gelöscht!

22.02.2017, 08:10 Uhr

Und diese EU will eine EU-Armee auf die Beine stellen...wenn das schon beim Millitärgerät in die Hosen geht und jeder sein eigenes "Abzocker" Süppchen kocht...?

Herr Thomas Behrends

22.02.2017, 08:11 Uhr

Europäische Grossmannssucht auf allen Ebenen ...

Herr Peter Kastner

22.02.2017, 08:20 Uhr

Der beste Beweis dafür, warum Deutschland die Nato braucht. Deutschland sollte ggü Trump das Maul nicht so weit aufreissen.

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