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17.03.2004

08:18 Uhr

Gewinn gesteigert - Aktie legt zu

BASF überrascht Analysten

Unter anderem wegen einer besseren Auslastung seiner Anlagen hat der weltgrößte Chemiekonzern BASF im Schlussquartal 2003 operativ deutlich mehr verdient als vor Jahresfrist. Mit seinen Zahlen übertraf BASF klar die Schätzungen von Analysten. Nach dem unerwartet starken Gewinnanstieg im Schlussquartal erwartet der Konzern für dieses Jahr ein wieder anziehendes Geschäft.

HB LUDWIGSHAFEN. “In das Jahr 2004 schauen wir mit etwas mehr Zuversicht“, sagte BASF-Chef Jürgen Hambrecht am Mittwoch bei der Bilanzvorlage in Ludwigshafen. Seit Oktober habe sich die Nachfrage zunehmend belebt und die Auslastung der Anlagen verbessert. Für 2003 wies BASF beim Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen - wie Kosten für Restrukturierungen - ein Plus von 3,9 % auf 2,993 Mrd. € aus. Der Jahresüberschuss brach jedoch unter anderem wegen hoher Kosten zur Umsetzung des Sparprogramms sowie Abschreibungen auf Finanzanlagen um 39,5 % auf 910 Mill. € ein. BASF bezifferte alle Sonderbelastungen mit rund 500 Mill. €. Im Schlussquartal legte BASF allerdings deutlich zu: Das bereinigte Betriebsergebnis legte zum Vorjahreszeitraum mehr als 25 % auf 814 Mill. € zu und übertraf klar die Analysten-Schätzungen. Noch im November hatte BASF einen Betriebsgewinn unter Vorjahr prognostiziert.

Branchenexperten äußerten sich positiv zum Zahlenwerk und zum Geschäftsausblick des Konzerns. Die BASF-Aktie legte mehr als drei Prozent auf 43 € zu.

„Die weltweite Chemiekonjunktur dürfte parallel mit der anziehenden Nachfrage der Industriekunden wieder etwas mehr an Schwung gewinnen“, gab sich die Konzernführung optimistisch. Wesentliche Impulse dürften wieder aus Asien und teilweise aus den USA kommen. Die vorliegenden Zahlen zeigten für Januar und Februar bereits einen Umsatz und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf Höhe der „guten“ Vergleichsmonate im Jahr zuvor. Für das Gesamtjahr 2004 rechnet der Konzern nun mit einem leicht höheren Umsatz und mit einem Anstieg des Betriebsgewinns.

Bei seinem Jahresausblick unterstellt BASF einen Rohölpreis von 28 Dollar je Barrel im Schnitt und einen weiterhin schwachen Dollar. Die hohen Öl- und Rohstoffpreise bremsten die positive Grundentwicklung, der anhaltend starke Euro belaste zudem den Export. „Dennoch lassen wir uns nicht zur Schwarzseherei verleiten“, machte Hambrecht Mut. Die Chemie gilt als frühzyklische Industrie. Veränderungen des konjunkturellen Umfelds spürt sie in der Regel als eine der ersten Branchen, da sie praktisch sämtliche Wirtschaftszweige mit ihren Produkten beliefert.

Das zuletzt anziehende Geschäft spiegelte sich zum Jahresende im Konzernumsatz von BASF wider, der um 6,5 % auf 8,54 Mrd. € stieg. Im Gesamtjahr kamen die Ludwigshafener auf einen Umsatz von 33,4 Mrd. €, ein Zuwachs von 3,6 %.

Ertragsstütze war wieder einmal das florierende Öl- und Gasgeschäft. Auch in der Sparte Pflanzenschutz und Ernährung, bei der sich BASF durch den Kauf einiger Insektizide von Bayer verstärkt hatte, legte der um Sonderposten bereinigte Betriebsgewinn deutlich zu. In den Bereichen Chemikalien, Kunststoffe und Veredelungsprodukte lag das Ergebnis dagegen unter dem Vorjahreswert. Unter dem Strich verblieb im Schlussquartal ein Konzerngewinn von 153 Mill. €.

„Besonders die ersten beiden Monate machen zuversichtlicher als ich erwartet hatte. Man sieht an den Zahlen, dass BASF die Talsohle durchschritten hat“, kommentierte Silke Stegemann von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Tony Cox vom Bankhaus Dresdner Kleinwort Wasserstein in London merkte an. „Die Zahlen auf operativer Ebene sind stärker als erwartet.“ Dahinter stehe die Agrochemie und das Öl- und Gasgeschäft. Der Geschäftsausblick des Vorstandes sei sogar eher konservativ, merkte er an.

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