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25.10.2011

13:44 Uhr

Gewinn gesteigert

BP hakt Ölpest ab

Der Golf von Mexiko hat sich noch nicht von der Ölpest erholt - BP schon. Der Ölmulti konnte seinen Nettogewinn im dritten Quartal deutlich steigern. Die Aktie legt an der Börse in London zu.

Der britische Ölkonzern BP konnte seinen Gewinn im dritten Quartal deutlich steigern. dpa

Der britische Ölkonzern BP konnte seinen Gewinn im dritten Quartal deutlich steigern.

LondonEineinhalb Jahre nach der Ölpest im Golf von Mexiko hakt BP die Krise ab: Produktion und Barmittel legten von nun an wieder zu, erklärte das britische Unternehmen am Dienstag. „Der Oktober war der Wendepunkt.“ Ein nach der Ölpest geforderter fundamentaler Umbau des Konzerns sei vom Tisch. BP bleibe seinem sehr breit angelegten Geschäftsmodell verpflichtet. Für das abgelaufene Quartal wies BP einen unerwartet kräftigen Gewinnsprung aus. BP-Aktien stiegen in London um vier Prozent.

Der Ölmulti verbuchte im dritten Quartal einen Nettogewinn vor Bestandswertveränderungen von 5,14 Milliarden Dollar nach 1,85 Milliarden Dollar vor Jahresfrist. Analysten hatten 5,03 Milliarden vorhergesagt. BP stellte zudem eine höhere Dividende ab 2012 und den Rückkauf von Aktien in Aussicht.

Konzernchef Bob Dudley sagte, die Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit an BP-Anlagen seien inzwischen beendet. Die Umbauten haben die Produktion zuletzt gebremst. So sank die Öl- und Gaserzeugung im dritten Quartal nochmals um zwölf Prozent auf 3,319 Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter) am Tag.

Trotz des Bekenntnisses zu seinem Geschäftsmodell kündigte BP den Verkauf weiterer Konzernteile im Volumen von zehn Milliarden Dollar an. Damit würde die Gesamtsumme der Verkäufe seit dem Ölunglück auf 45 Milliarden Dollar steigen. Der Rivale von ExxonMobil und Royal Dutch Shell will das Geld unter anderem in Bereiche investieren, die mehr Profit abwerfen. Analysten, Banker und Investoren haben wiederholt eine Zerschlagung oder eine Strategie gefordert, der den nach der Ölkatastrophe eingebrochenen Aktienkurs wieder beflügelt.

BP hat im September angekündigt, erstmals seit der Umweltkatastrophe wieder im Golf von Mexiko nach Öl zu bohren. Im Frühjahr 2010 explodierte dort die Plattform „Deepwater Horizon“, elf Menschen starben. 87 Tage lang floss Öl ins Meer, insgesamt sollen es mehr als fünf Millionen Barrel gewesen sein. Sie richteten an Flora, Fauna, in der Fischwirtschaft und im Tourismus große Schäden an. Der Vorfall zwang den damaligen Konzernchef Tony Hayward zum Rücktritt und führte zu einem vorübergehenden Stopp aller Bohrungen im Golf von Mexiko. Die Sicherheits- und Umweltanforderungen für Ölbohrgenehmigungen wurden seitdem verschärft.

BP erklärte am Dienstag, bislang rund 7,3 Milliarden Dollar an Entschädigungs- und Strafzahlungen geleistet zu haben. Die gesamten Kosten für die Schließung des Öllecks an der Plattform, die Beseitigung der Umweltschäden und die Entschädigung von Betroffenen hatte BP zuletzt auf mehr als 41 Milliarden Dollar taxiert. Allerdings wird auch anderen Firmen eine Mitschuld an der Katastrophe vorgeworfen. So hat BP im April den Schweizer Anlagen-Betreiber Transocean und den US-Service-Dienstleister Halliburton auf jeweils mehr als 40 Milliarden Dollar Schadenersatz verklagt.

Von

rtr

Kommentare (1)

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HWK

25.10.2011, 11:16 Uhr

Schön, dass BP wieder Milliardengewinne einstreicht und der Golf von Mexico immer noch Ground Zero ist. Ein Bericht, wie es dort inzwischen aussieht wäre auch mal nicht uninteressant als Kontrast zu der beruhigenden Erholung von BP und seiner Shareholder.

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