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14.02.2006

13:17 Uhr

Gewinn verdoppelt, Stellen gestrichen

Freude und Wut bei Carl Zeiss

Der Optik- und Elektronikkonzern Carl Zeiss hat ein excellentes Geschäftsjahr hinter sich. Die Mitarbeiter werden sich darüber aber wenig freuen können, fallen doch fast 300 Stellen in Deutschland weg.

HB FRANKFURT/OBERKOCHEN. Der Jahresüberschuss des Konzerns verdoppelte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2004/2005, das am 30. September endete, auf den „neuen Spitzenwert“ von 151 Mill. Euro. Im Vorjahr waren es 77 Mill. Euro gewesen. Unabhängig davon soll die Mitarbeiterzahl der Augenoptik-Tochter Carl Zeiss Vision GmbH bis zum 30. September 2006 von bisher knapp 1300 auf 1030 reduziert werden, sagte der Vorsitzende des Konzernvorstandes, Dieter Kurz, am Dienstag in Frankfurt. Gegen die Pläne hatten am Montag rund 1000 Mitarbeiter von Carl Zeiss Vision in Aalen protestiert.

Der Betriebsrat hatte die im September begonnenen Verhandlungen über den Stellenabbau bei der Augenoptik-Tochter in der vergangenen Woche abgebrochen, weil die Geschäftsführung sich seiner Meinung nach nicht an einen beschlossenen Interessensausgleich gehalten hat. Danach darf die Stellenzahl durch Kündigungen nicht auf weniger als 1150 sinken. Laut Kurz stimme dies, allerdings habe man sich damals schon die Option offen gehalten, die Zahl der Stellen darüber hinaus sozialverträglich ohne Kündigungen zu kürzen, wenn dies notwendig sei.

Die Produktion einfacher Brillengläser soll nach Ungarn verlagert werden, um in diesem Bereich konkurrenzfähig zu bleiben, sagte Kurz. Hochwertige Gläser sollen aber weiterhin in Aalen hergestellt werden. Darüber hinaus sollen ein Forschungs- und Entwicklungszentrum sowie die Hauptverwaltung des Unternehmens in Aalen bleiben.

Der Konzern erwirtschaftete 2004/2005 einen Umsatz von 2,22 Mrd. Euro und hat damit trotz der Ausgliederung der Augenoptik in die Carl Zeiss Vision GmbH zur Mitte des Jahres einen Zuwachs um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt. Die größte Steigerungen verbuchten die Unternehmensbereiche Halbleitertechnik (plus 20 Prozent auf 673 Mill. Euro) und Medizintechnik (plus 12 Prozent auf 523 Mill. Euro).

Auch in den ersten vier Monaten des laufenden Geschäftsjahres hält die gute Entwicklung nach Angaben von Konzernchef Kurz an. Der Umsatz nahm um 4 Prozent zu und der Auftragseingang verbesserte sich um 21 Prozent. Die Hauptmärkte vor allem in Nordamerika und Asien entwickelten sich gut. Auf Grund der stetig hohen Nachfrage nach Halbleitertechniken kündigte Kurz an, 150 neue Mitarbeiter in diesem Bereich einzustellen.

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