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15.02.2012

09:51 Uhr

Gewinneinbruch

Euro-Krise bremst Peugeot und Citroën

Der schwierige Markt in Europa hat dem PSA-Konzern den Gewinn verhagelt. Im Jahr 2011 verdienten Peugeot und Citroen 50 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Konzern reagiert mit einem strengen Sparprogramm.

PSA will kräftig sparen. Reuters

PSA will kräftig sparen.

ParisDas schwierige Autogeschäft in Europa hat tiefe Spuren in der Bilanz des französischen Autokonzerns PSA Peugeot Citroën hinterlassen. Der Gewinn der Gruppe halbierte sich im vergangenen Jahr. Nun wollen die Franzosen weiter sparen und Geschäftsanteile verkaufen, um ein Straucheln zu verhindern. „Wir erwarten 2012 ein weiterhin schwieriges Marktumfeld in Europa“, sagte Konzernchef Philippe Varin laut Mitteilung vom Mittwoch.

Trotz steigender Erlöse ging der Nettogewinn im vergangenen Jahr von 1,134 Milliarden Euro auf 588 Millionen Euro zurück. Das Autogeschäft sei in der zweiten Jahreshälfte sehr enttäuschend verlaufen, räumte Varin ein. In der Sparte fiel im zweiten Halbjahr ein operativer Verlust von fast einer halben Milliarde Euro an. Grund war vor allem ein starker Preisdruck bei den Klein- und Kompaktwagen. 2011 erreichte die Autosparte mit einem Minus von 92 Millionen Euro nicht einmal das im Herbst gesenkte Ziel, ein Ergebnis an der Gewinnschwelle zu erreichen. Zu Jahresbeginn bestand noch die Aussicht, die Marke des Vorjahres von 621 Millionen Euro zu übertreffen.

Hier haben die Franzosen die Auswirkungen der Euro-Kirse voll zu spüren bekommen. Neben Frankreich sind für Peugeot und Citroen vor allem die südeuropäischen Länder wichtige Märkte. Doch bei der anhalten schlechten Konjunktur in Spanien, Italien und Griechenland sparen die Kunden erst einmal bei größeren Ausgaben - das trifft die Autoindustrie traditionell stärker als andere Branchen.

Der Umsatz stieg dank des Autozulieferers Faurecia um knapp sieben Prozent auf 59,91 Milliarden Euro. Alle übrigen Unternehmen der Gruppe, neben Faurecia der Logistiker Gefco und die Finanzdienstleistungen, lieferten positive Gewinnbeiträge.

Renditevergleich europäischer Autohersteller

BMW

Umsatz: 68,82 Milliarden Euro
Ebit: 8,02 Milliarden Euro
Operative Umsatzrendite: 11,65 %

Angaben für das Geschäftsjahr 2011

Daimler

Umsatz: 106,5 Milliarden Euro
Ebit: 8,98 Milliarden Euro
Operative Umsatzrendite: 8,43 %

Angaben für das Geschäftsjahr 2011

Fiat

Umsatz: 59,56 Milliarden Euro
Ebit: 3,34 Milliarden Euro
Operative Umsatzrendite: 5,60 %

Angaben für das Geschäftsjahr 2011

Volkswagen

Umsatz: 77,8 Milliarden Euro
Ebit: 6,1 Milliarden Euro
Operative Umsatzrendite: 7,83 %

Angaben für das 1. Halbjahr 2011

Renault

Umsatz: 21,1 Milliarden Euro
Ebit: 0,8 Milliarden Euro
Operative Umsatzrendite: 3,66 %

Angaben für das 1. Halbjahr 2011

PSA (Peugeot-Citroen)

Umsatz: 31,1 Milliarden Euro
Ebit: 1,1 Milliarden Euro
Operative Umsatzrendite: 3,62 %

Angaben für das 1. Halbjahr 2011

Varin schraubte das im Herbst ausgegebene Sparziel um 200 Millionen Euro auf eine Milliarde Euro nach oben. Gespart werden soll im Einkauf und bei den Mitarbeitern. Mehrere Tausend Jobs stehen auf der Kippe. Zudem sollen Geschäftsanteile im Wert von rund 1,5 Milliarden Euro verkauft werden. Für den Logistiker Gefco wird nach Investoren gesucht. Die Schulden sollen im laufenden Jahr von zuletzt 3,4 Milliarden Euro drastisch reduziert werden Den europäischen Markt sieht Varin 2012 um fünf Prozent schrumpfen. Dabei dürfte der französische Markt mit zehn Prozent stärker zurückgehen. Wachstumschancen ergeben sich dagegen in China, Lateinamerika und Russland.

Der französische Staat hatte PSA und auch dem Rivalen Renault 2009 unter die Arme gegriffen und Milliardenkredite bereitgestellt. Die französischen Hersteller sind vom nachlassenden europäischen Markt stärker betroffen als deutsche Anbieter. Im Vergleich zu den hochpreisigen Anbietern wie BMW oder Mercedes fehlt ihnen eine international bekannte, starke Marke. Zudem sind sie auf dem boomenden chinesischen Markt deutlich schwächer aufgestellt als etwa Audi oder Volkswagen. Um dort die Marktposition zu stärken, baut PSA ein zweites Gemeinschaftsunternehmen auf.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

15.02.2012, 11:07 Uhr

Seine wir mal ehrlich. Der neue 5008 ist genial, aber sieht aus wie ein Klon vom Mazda5. Der DS5 sieht aus wie StarWars für die Straße. Bei Citroen sind alle Modelle von außen hui und von innen bieder. Noch schlimmer sind der 3008 und die veralteten großen Familienkutschen. Wer bitte soll sowas kaufen?

Erinnert mich aber auch an OPEL und auf einmal bauen die wieder hübsche Autos, wobei der Insignia auch für die Fondpassagiere viel zu wenig Höhe anbietet.

Ich würde mal besser das bauen, was der Kunde haben will. Ich fahre nicht eine Hundehütte.

accent206

15.03.2012, 13:06 Uhr

Wir fahren seit Anfang 2012 einen erstzugelassenen facegelifteten "Peugeot 308 SW". Weder bieder noch langweilig. Reinsitzen, probefahren + dann beurteilen! Allein von der Armaturenbrettanmutung und Aufgeräumtheit kommt kaum ein andere AutomobilHersteller mit - ein sehr grosszügiges + dieseluntypisch sehr leises komfortables Auto, von Frauen (mit-)entworfen, vielfach von Frauen (mit-) gekauft, dann noch ein PanoramaGlasDach, was seinesgleichen (noch) sucht... Einem Vergleich muss PEUGEOT sich ganz sicher nicht scheuen...Im Gegenteil, Peugeot hat Formen, Kurven, Blickfang, ist eben aussergewöhnlich und verspricht die "Leichtigkeit des Seins" ...früher oder später werden das auch unsere deutschen sicherheitsbewussten MitMenschen erkennen...Bis dahin...ProbeSitzen-ProbeFahren und dann -ENTSCHEIDEN-, abr erst dann...Viel Spass...

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