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11.04.2006

15:15 Uhr

Gewinneinbruch im Vorjahr

Villeroy & Boch setzt seine Hoffnungen auf 2006

Der Geschirr- und Badkeramik-Hersteller Villeroy & Boch hat im vergangenen Jahr einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. 2006 soll es besser werden. Erste Anzeichen für die Erholung gibt es schon.

HB FRANKFURT. „Wir erwarten eine deutliche Verbesserung im operativen Ergebnis“, sagte Finanzvorstand Manfred Finger am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. Der Umsatz werde 2006 trotz der verhaltenen Luxuswaren-Nachfrage in Europa leicht steigen, die Trendwende habe Ende vergangenen Jahres bereits eingesetzt.

Hoffnungen setzt das Unternehmen besonders auf die Märkte in Amerika und Asien. Ihr Anteil am Umsatz soll nach dem Kauf von drei Sanitärwerken in Mexiko mit 60 Mill. Euro Umsatz langfristig von 11 auf 30 Prozent wachsen. Die Zukunft der defizitären und schon ausgegliederten Fliesensparte unter dem Dach des Unternehmens ließ Vorstandschef Wendelin von Boch offen.

Im vergangenen Jahr ging der Gewinn der im Kleinwerteindex SDax notierten Firma aus Mettlach im Saarland auch wegen des Abbaus von 330 Stellen am Firmensitz um 21 Prozent auf 13,2 Mill. Euro zurück. Das operative Ergebnis in der Geschirrsparte brach um fast die Hälfte ein. Der Konzernumsatz gab bereinigt um Verkäufe von Randbereichen um 0,9 Prozent auf 893 Mill. Euro nach. „Wir hatten ein schwieriges Jahr“, räumte von Boch ein. Deshalb soll die Dividende auf die börsennotierten Vorzugsaktien um 5 Cent auf 37 Cent gesenkt werden.

Für das laufende Jahr rechnet Villeroy mit einem steigenden Überschuss, weil die Kosten für den Abbau von knapp 200 Stellen in Luxemburg und den Niederlanden durch Verkäufe von Immobilien aufgewogen werden. In den ersten drei Monaten 2006 legte der Umsatz des Konzerns mit rund 9 500 Beschäftigten um 8 Prozent auf 236 Mill. Euro zu; das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich um 53 Prozent auf 9,8 Mill. Euro. Die Steigerungsraten aus dem ersten Quartal ließen sich aber nicht durchhalten, sagte der Vorstandschef.

In Luxemburg werden künftig nur noch Tassen produziert, was 150 von 450 Stellen kostet. Ausgebaut werden die Standorte in Rumänien, Ungarn und Tschechien. In Deutschland werde der Stellenabbau aber nicht nennenswert fortgesetzt, sagte von Boch.

Die ausgegliederte Fliesen-Sparte will Villeroy & Boch aus den roten Zahlen bringen. Die hohen Verluste – operativ stand 2005 ein Minus von 6,7 Mill. Euro zu Buche – seien nicht hinnehmbar, sagte von Boch. Mit einer schwarzen Null hätte man „eine andere Verkäuferposition“ deutete er eine Trennung von dem Geschäft an.

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